Sonntag, 13. August 2017

The Promise - Die Erinnerung bleibt


Originaltitel: The Promise
Land/Jahr: USA 2016

Länge: 134 Minuten
Regie: Terry George
Cast: Oscar Isaac (Mikael Boghosian), Charlotte Le Bon (Ana Khesarian), Christian Bale (Chris Myers), Marwan Kenzari (Emre Ogan), Tom Hollander (Garin), Angela Sarafyan (Maral), Numan Acar (Mustafa), Igal Naor (Mesrob Boghosian)


Konstantinopel 1914. Kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges steht das Osmanische Reich am Rande des Zusammenbruchs. Das Schicksal des Osmanischen Reiches hängt in der Schwebe und mit ihm jenes der dort beheimateten Griechischen, Assyrischen und Armenischen Minderheiten.

Der Apotheker Mikael Boghosian begibt sich in Sirun, einem kleinen Bergdorf im südöstlichen Teil des Osmanischen Reiches, auf die Reise nach Konstantinopel, um sich dort seinen Traum eines Medizinstudiums zu erfüllen. Um dieses allerdings finanzieren zu können, hat er sich Maral, der Tochter eines wohlhabenden Nachbarn, versprochen und dafür eine Mitgift von 400 Goldmünzen erhalten. In Konstantinopel wird er schließlich von seinem wohlhabenden Onkel Mesrob aufgenommen, der im großen Basar ein florierendes Geschäft betreibt.

In dessen Haus lernt er Ana Khesarian kennen, eine Armenierin die in Paris aufgewachsen ist und nun in ihre Heimat zurückgekehrt ist um wieder Anschluss an ihre familiären Wurzeln zu finden. Auch an der Akademie findet Mikael rasch Anschluss und freundet sich mit Emre Ogan, dem Sohn eines hohen türkischen Offiziers an, dessen Vater ihn vor die Wahl gestellt hat entweder dem Militär beizutreten oder ein Medizinstudium zu absolvieren. Mikael ist von der bezaubernden Ana angetan, muss jedoch angesichts eines gesellschaftlichen Anlasses rasch feststellen, dass diese offenbar bereits an den amerikanischen Journalisten Chris Meyers vergeben ist. Trotzdem beginnt sich zwischen Mikael und Ana eine Liebesgeschichte zu entwickeln, die jedoch unter den zunehmenden internationalen Spannungen und den Ausbruch des ersten Weltkrieges in den Hintergrund rückt.

In Konstantinopel und anderen Teilen des Osmanischen Reiches kommt es in Folge dessen zu nationalistischen Kundgebungen und vermehrt auch zu Übergriffen auf die armenische Minderheit. Die Lage spitzt sich immer weiter zu und während Chris Meyers selbst Augenzeuge der türkischen Vertreibungspolitik und von wahllosen Exekutionen wird, entgeht Mikael einem Einzug in die Armee nur dank der Hilfe seines Freundes Emre. Das Geschäft von Onkel Mesrob wird indessen völlig zerstört und er selbst verhaftet. Bei dem Versuch seinen Onkel aus der Gefangenschaft zu befreien, gerät Mikael schließlich selbst in Gefangenschaft und wird in ein Arbeitslager geschickt, wo er beim Bau der Eisenbahn Zwangsarbeit verrichtet.

Bei einer Explosion gelingt ihm jedoch eines Tages die Flucht und er kehrt in sein Dorf zurück, in dem sich die türkische Bevölkerung ebenfalls gewalttätig den armenischen Teil richteten und ihn ein altes Versprechen einholt...


Für Regisseur Terry George ist "The Promise - Die Erinnerung bleibt" bereits der zweite Film zum Thema Völkermord. Bereits 2004 thematisierte er in "Hotel Ruanda" den Völkermord und das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft in Ruanda. Mit seinem prominent besetzten Film "The Promise" ruft er nicht nur den Völkermord an den Armeniern einer breiten Öffentlichkeit ins Gedächtnis, sondern behandelt auch ein historisches Ereignis das nach wie vor höchste politische Brisanz besitzt. Denn obwohl der Völkermord an den Armeniern historisch durch ausreichend dokumentarisches Material und Quellen belegt und von Historikern anerkannt ist, weigert sich die Türkei als offizieller Nachfolger des Osmanischen Reiches und ein Großteil des türkischen Volkes, diesen als solchen anzuerkennen. Stattdessen wird auf "kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahmen" verwiesen, die zum Schutze des Osmanischen Reiches notwendig waren. Zwischen 300.000 und 1.500.000 Armenier kamen bei Massakern, Todesmärschen und Hungersnöten ums Leben und das Thema belastet nach wie vor die Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Vor dem Hintergrund dieser historischen Ereignisse erzählt nun "The Promise" die Geschichte eines Liebesdreieck und was nach reichlich Klischee-Beladenen Stoff mit ordentlich Schmalz klingt, in dem gegenseitige Eifersucht und Verrat dominieren, entpuppt sich die Liebesgeschichte um Ana, Mikael und Chris als recht bodenständig und erfrischend unaufgeregt, der allerdings etwas mehr Tiefgang und Charakterzeichnung ganz gut getan hätte. Trotzdem funktioniert die Geschichte gut genug und dient als emotionaler Zugang zum Horror, der sich um die Charaktere herum immer weiter ausbreitet. Regisseur Terry George behandelt das Thema Genozid dabei mit genug Feingefühl, Besonnenheit und dem erforderlichen Grad an Details ohne dabei auf großartig explizite Szenen zurückgreifen zu müssen, um die Gräuel der Ereignisse zu verdeutlichen.

"The Promise" verfällt dabei zu keiner Zeit in reiner Schwarzweißmalerei oder Dämonisierung der Türken, sondern zeigt gleich in mehreren Szenen das es sehr wohl auch die andere Seite in der türkischen Bevölkerung gibt. Am deutlichsten wird dies vor allem durch den Charakter von Emre Ogan verkörpert, der entgegen seinem naturell von seinem Vater in eine Rolle gedrängt wird, die schlichtweg nicht seinem Herz, Charakter oder Weltbild entspricht. Trotz aller möglicher Konsequenzen versucht er seinen Freunden immer wieder zu helfen und muss dafür am Ende einen teuren Preis bezahlen. Schade ist nur das seine Darstellung gelegentlich zu naiv wirkt und dem Charakter damit ein wenig an Tiefe nimmt. Darüber hinaus gibt es aber auch noch einige andere positiv besetzte türkische Charaktere, wie etwa Mustafa, der Ana mit den Waisenkindern hilft oder ein lokaler Gouverneur der die Mission vor den herannahenden Truppen warnt. 

Schauspielerisch ist es vor allem Oscar Isaac und Charlotte Le Bon die überzeugen und ausgesprochen gut zusammen harmonieren. Christian Bale als amerikanischer Journalist der Associated Press ist gewohnt souverän und darüber hinaus gibt es einige unbekannte Darsteller in diversen Nebenrollen die eine beachtliche Leistung abliefern.


Mehr als 4.000 Männer, Frauen und Kinder suchten am Berg Musa Dagh Schutz vor den herannahenden türkischen Truppen. Die anschließende Belagerung und der armenische Widerstandskampf stellen auch im Film den großen dramatischen Höhepunkt dar, leider nicht immer vollends überzeugend inszeniert, entschädigt dafür vor allem das Ende für die ein oder andere technische Unzulänglichkeit. Dieses ist ziemlich gelungen und passt sehr gut zum Film ohne dabei jetzt viel zu verraten zu wollen.

Viele der Szenen in "The Promise" erinnern dabei auffallend stark an Filme über den zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Genozid an den Armeniern war nicht nur einer der ersten systematischen Völkermorde des 20. Jahrhunderts sondern diente Hitler und den Nazis später auch als eine Art Blaupause für deren Mord an Millionen von Juden. Hitler selbst fragte kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges Jahre später "Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier" und glaubte wohl, das seine Verbrechen ähnlich in Vergessenheit geraten werden wie jene der Türken. Umso wichtiger ist ein Film wie "The Promise" der trotz einiger kleinerer Schwächen ein historisch fast vergessenes Thema kollektiv wieder in Erinnerung ruft. 

"The Promise" startet am 17. August 2017 in den österreichischen und deutschen Kinos. Leider führt die nach wie vor brisante politische Thematik immer auch wieder zu politisch motivierten Negativreviews. Lassen Sie sich davon bitte nicht davon abhalten in den Film zu gehen. Terry George mag vielleicht nicht der ganz große Wurf gelungen sein, der Film ist jedoch absolut sehenswert und am besten verschafft man sich immer noch selbst ein Bild! 

Bewertung:  7/10






Sonntag, 6. August 2017

Planet der Affen: Survival



Originaltitel: War for the Planet of the Apes
Land/Jahr: USA 2017
Dauer: 140 Minuten
Regie: Matt Reeves
Cast: Andy Serkis (Caesar), Woody Harrelson (Colonel McCullough), Steve Zahn (Böser Affe), Karin Konoval (Maurice), Amiah Miller (Nova), Terry Notary (Rocket), Michael Adamthwaite (Luca), Judy Greer (Cornelia), Sara Canning (Lake), Aleks Paunovic (Winter).




Die Forschungsarbeiten an einem Heilmittel für Alzheimer setzten vor 15 Jahren in San Francisco unbeabsichtigt einen für Menschen tödlichen Virus frei, der sich über die internationalen Flugrouten schließlich über der gesamten Erde verbreitete. Der später als "Affengrippe" bezeichnete Virus dezimierte einen Großteil der Menschen und führte bei den Affen, an denen er zunächst erprobt wurde, zu einem sprunghaften Anstieg der Intelligenz und somit zur Evolution einer neuen Spezies. Unter der Führerschaft von Caesar, einem Schimpansen der sogar die menschliche Sprache beherrscht, gelang es den Affen aus dem Versuchslabor in die nahe gelegenen Wälder zu flüchten.

Während die Affen dort eine neue Zivilisation gründeten, kämpften die wenigen überlebenden Menschen in San Francisco zusehends ums Überleben. Ein fragiler Friede zwischen den Affen und Menschen war nur von kurzer Dauer und resultierte, getrieben durch Hass und Kriegstreiberei auf beiden Seiten, in einem offenen Konflikt. Die von Koba, einem von der menschlichen Gefangenschaft schwer traumatisierten Bonobo, angestachelten Affen attackierten die Kolonie der Menschen und es kam zu einer verlustreichen Schlacht auf beiden Seiten, in der die Affen letztendlich die Oberhand behielten. Doch der Preis, den sie für diesen Sieg bezahlten, war enorm. Nicht nur rückte damit ein Frieden und eine mögliche Ko-Existenz von Affen und Menschen in weite Ferne, den Menschen gelang es zudem während des Angriffes einen Notruf an eine Militärbasis im Norden abzusetzen...



Wenige Jahre später kursieren Gerüchte, wonach Caesar aus einem geheimen Versteck in den Wäldern den Kampf gegen die Menschen befehligt. Der rücksichtslose Special Forces Colonel McCullough und sein Bataillon befindet sich auf der Suche nach Caesar, um ihn und seine Zivilisation der Affen auszulöschen. Eine Einheit von McCulloughs Männern stößt dabei in den Wäldern tatsächlich auf einen Außenposten mit bewaffneten Affen. Es kommt zum Kampf. Den Affen gelingt es den Angriff abzuwehren und einige der Angreifer gefangen zu nehmen. Unter ihnen befindet sich auch ein Gorilla namens Red, der auf der Seite der Menschen kämpft nachdem er zuvor Koba bei einem Putsch gegen Caesar unterstützte. Caesar entscheidet sich dazu die gefangen genommenen Soldaten zusammen mit einem letzten Friedensangebot an den Colonel zurück zu schicken und Red für seine Verbrechen einzusperren. Doch noch bevor ein anderer Gorilla namens Winter Red einsperren konnte, gelingt diesem die Flucht.

Nach einer langen und anstrengenden Reise kehren Rocket und Blue Eyes, Caesars Sohn, zurück und berichten, dass jenseits der Berge eine Wüste liegt und sie einen passenden Ort gefunden haben für einen Neuanfang fernab von den Menschen. Ein baldiger Aufbruch in die neue Heimat ist jedoch nahezu ausgeschlossen, schließlich gibt es noch viele Vorbereitungen für die lange und beschwerliche Reise zu treffen und einen sicheren und unauffälligen Weg dorthin zu finden. Einige der Affen wollen jedoch aufgrund der immer näher heranrückenden Soldaten am liebsten sofort aufbrechen, doch Caesar schwört sie darauf ein, dass letztendlich die Affen nur gemeinsam stark sind.

Eines Nachts gelingt es den Soldaten und Colonel McCullough das Versteck der Affen hinter einem Wasserfall ausfindig zu machen und zu infiltrieren, während ein Großteil der Affen bereits schläft. Caesar, der nachdenklich noch einen Blick auf seine schlafende Familie wirft, wird plötzlich durch ein merkwürdiges grünes Schimmern im Wasser aus seinen Gedanken gerissen und entdeckt ein Seil inmitten des Wasserfalles. Er reagiert promt und eilt zu den Wachen. Denen gelingt es einige der Eindringlinge zu überwältigen, ein Funkspruch des Colonel lässt Caesar jedoch aufschrecken und er eilt zu seiner Familie zurück. Dort entdeckt Caesar seine tote Frau Cornelia und seinen Sohn Blue Eyes und den Colonel der gerade dabei ist den Rückzug anzutreten. Gepackt von Hass stürzt sich Caesar auf McCullough, doch diesem gelingt letzten Endes die Flucht.

Tief getroffen vom Verlust seiner Familie und geplagt von Albträumen in dem ihm immer wieder Koba erscheint, beschließt Caesar alleine Rache am Colonel zu nehmen und die anderen auf den gefährlichen Weg in die neue Heimat zu schicken.  Caesar bleibt jedoch nicht lange alleine und der Orangutan Maurice, der Gorilla Luca und der Schimpanse Rocket schließen sich ihm auf seinem Rachefeldzug an...



Mit "Planet der Affen: Survival" findet die Prequel-Trilogie zum 1968er Klassiker "Planet der Affen" mit Charlton Heston nicht nur einen mehr als würdigen Abschluss, sondern tritt gleichzeitig auch den Beweis an, dass die ansonsten viel gescholtenen Reboots auch eine Bereicherung darstellen können. Eine Bereicherung sind die Filme dabei sowohl aus technischer als auch aus inhaltlicher Sicht. Selten wirkten Computer generierte Charaktere derart realistisch und ausdrucksstark und vermochten es beim Zuschauer so viele Emotionen zu wecken wie die "Planet der Affen" Prequels. 

Auch inhaltlich bewegen sich die drei Filme auf einem konstant guten Niveau und bestimmte Themen ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch alle Teile. Der Hass ist eines dieser Motive, der in allen Teilen eine zentral Rolle spielt und Menschen und Affen zugleich befällt. Während sich die Menschen mit einer zunehmenden Ausrottung ihrer Art und Verdrängung durch die Affen konfrontiert sehen, fühlen sich auch die Affen immer noch durch den Menschen bedroht und die Erinnerung an die Grauen, die sie durch Menschenhand in der Vergangenheit in Gefangenschaft durchlebten ist stets präsent. Koba, jener Affe dessen grausame Vergangenheit in einem Versuchslabor dazu führte, dass er seinen Hass gegenüber den Menschen nie überwinden konnte und im zweiten Teil den Frieden sabotierte um einen Krieg zu entfachen, ist trotz seines Todes auch im dritten Teils stets präsent. Denn diesmal droht selbst der integere Caesar nach der Ermordung seiner Familie dem Hass und Rachegedanken vollends zu verfallen.



"Survival" ist dabei inhaltlich wohl der unangenehmste Teil, denn er hält der Menschheit stets einen bitteren Spiegel vors Gesicht über unseren Umgang mit anderen Spezies oder mit unseresgleichen. Wenn etwa die Affen im Gefangenenlager ohne genügend zu Essen oder zu Trinken Zwangsarbeit bis zur Erschöpfung verrichten müssen, ruft dies Erinnerungen an deutsche Konzentrationslager wach und daran zu welchen Grausamkeiten die Menschen fähig sind. Diese Grausamkeit wird durch Colonel McCullough perfekt verkörpert und Woody Harrelson ist in der Rolle des Antagonisten überaus überzeugend und kaltherzig, der auch nicht davor zurück schreckt hart gegen die eigene Spezies durchzugreifen.  Auch die Idee, dass der Virus einerseits die Affen intelligenter macht, gleichzeitig die Menschen sich aber zurückentwickeln lässt - es also praktisch zu einem Rollentausch kommt - ist eine interessante Herangehensweise und in Verbindung mit den persönlichen Schicksalen des Colonel eine ausreichend glaubwürdige Motivation hinter dem Antagonisten.

"Survival" setzt nahtlos dort fort, wo "Revolution" aufgehört hat und fasst anhand von Texteinblendungen die Ereignisse aus den ersten beiden Teilen noch einmal kurz zusammen, bevor er den Zuschauer mitten ins Geschehen wirft. Und die ersten Minuten des Films, in denen wir die Special Forces von Colonel McCullough dabei begleiten wie sie auf der Suche nach Caesar durch die Wälder streifen und auf einen Außenposten der Affen treffen, zieht einen atmosphärisch direkt hinein und setzt perfekt den atmosphärischen Ton für den restlichen Film. Und dieser ist entgegen dem, was uns die Trailer und der Originaltitel vermitteln, kein reines Actionspektakel, sondern eine extrem düstere Reise mit viel Herz und gelegentlich sogar mit einer Prise Humor. 

Im Verlauf der Prequel-Trilogie hat sich auch die Erzählperspektive ständig verschoben. Während in "Prevolution" die Geschichte noch größtenteils aus der Perspektive der Menschen geschildert wurde, änderte sich dies bereits mit "Revolution" und Menschen und Affen haben sich diese weitgehend geteilt. Mit "Survival" kommt es nun abermals zu einer Verschiebung und er erzählt die Story nun ausschließlich aus der Perspektive der Primaten. Da nicht alle Primaten die menschliche Sprache beherrschen wird über weite Strecken über Affenlaute kommuniziert und dies über Untertitel für den Zuschauer übersetzt. Das ist für einen Blockbuster eine durchaus mutige Entscheidung, die sich jedoch absolut auszahlt, denn es verleiht dem Film eine gewisse Authentizität und obwohl der Film inhaltlich keine allzu großen Sprünge zum zweiten Teil macht, ist es gerade der Atmosphäre äußerst zuträglich. Auch der Score von Michael Giacchino trägt sein übriges dazu bei, dieser dürfte wohl zu den besten des Jahres gehören und fügt sich perfekt in den Film ein und lässt sich auch abseits des Films gut hören.

"Planet der Affen: Survival" ist ein gelungener und stimmiger Abschluss einer sehr starken Prequel-Trilogie, der in zahlreichen kleinen Szenen noch einmal viel Herz beweist und zudem genügend Spielraum für möglichere weitere Filme lässt, ohne dass er diese jedoch erfordert.

Bewertung: 9/10







Sonntag, 30. Juli 2017

Gewinnspiel zu Planet der Affen: Survival

Am 3. August 2017 startet der dritte Teil des "Planet der Affen" Reboots mit dem Titel "Planet der Affen: Survival" in den Kinos. Aus diesem Anlass verlost Couchkino eine Blu-Ray-Kombo der ersten beiden Teile "Prevolution" und "Revolution".



Was ihr dafür tun müsst? Schreibt eine E-Mail mit dem Betreff "Planet der Affen" an couchkino.gewinnspiel@gmail.com zusammen mit eurer Adresse und beantwortet die folgende Gewinnfrage: Welcher Schauspieler verkörpert Caesar, den Anführer der Affen? Das Gewinnspiel endet am 31.08.2017 um 23:59. Der Gewinner oder die Gewinnerin werden wie üblich einen Tag später auf dem Blog bekannt gegeben.

Samstag, 29. Juli 2017

Knightfall (TV-Serie)

Mit "Vikings" brachte der auf Dokumentationen spezialisierte Sender History vor vier Jahren seine erste fiktionale Serie an den Start und landete mit der lose auf der Geschichte des legendären Wikingerkriegers Ragnar Lodbrok Serie prompt einen beachtlichen Erfolg. Während "Vikings" mittlerweile bereits bei vier Staffeln hält und eine fünfte bereits angekündigt wurde, bringt History noch in diesem Jahr mit "Knightfall" eine weitere Serie heraus.

"Knightfall" handelt vom Fall, der Verfolgung und der anschließenden Zerschlagung des Templerordens im Jahr 1307 durch Papst Clemens V. und Philipp den IV. von Frankreich. Im Fokus von "Knightfall" steht dabei der Templerführer Sir Landry, ein tapferer Krieger, der gebrochen vom Versagen der Templer im Heiligen Land neuen Mut schöpft als Nachrichten über das Auftauchen des Heiligen Krals bekannt werden.

Produziert wird die Serie übrigens u.a. von Jeremy Renner ("Arrival", "Avengers"). Die erste Staffel soll dabei 10 Folgen umfassen, wobei die Laufzeit der einzelnen Folgen ähnlich wie bei "Vikings" bei ca. 45 Minuten liegt. 

Einen genauen Starttermin gibt’s allerdings noch keinen (Herbst 2017), dafür hat History nun einen ersten Trailer veröffentlicht, der durchaus vielversprechend aussieht:


Donnerstag, 27. Juli 2017

Dunkirk



Originaltitel: Dunkirk
Land/Jahr: USA 2017

Länge: 107 Minuten
Regie: Christopher Nolan
Cast: Tom Hardy (Farrier), Mark Rylance (Mr. Dawson), Fionn Whitehead (Tommy), Barry Keoghan (George), Tom Glynn-Carney (Peter), Kenneth Branagh (Commander Bolton), James D'Arcy (Colonel Winnant), Aneurin Barnard (Gibson), Jack Lowden (Collins)


Frankreich 1940. Nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Beneluxländer und Frankreich befinden sich die Alliierten Streitkräfte trotz zahlenmäßiger Überlegenheit auf dem Rückzug. Vom Blitzkrieg und dem schnellen Vorstoß der Wehrmacht überrumpelt, werden die Alliierten Streitkräfte innerhalb von wenigen Wochen eingekesselt. Das Britische Expeditionskorps sieht sich mit einer schwierigen Entscheidung konfrontiert und entschließt sich schließlich die britischen Hauptstreitkräfte über den Seeweg zu evakuieren. Die französische Hafenstadt Dünkirchen dient nach der Einnahme von Calais durch deutsche Truppen als letzter Evakuierungshafen.

In Dünkirchen hält eine letzte Verteidigungslinie der Einkesselung durch die Deutschen stand. Doch diese droht von Tag zu Tag zu fallen. Eine Gruppe britischer Soldaten streift auf der Suche nach Wasser und Essen durch die Straßen von Dünkirchen. Deutsche Propagandaflugblätter fallen auf sie herab und sie geraten schnell unter heftigen Beschuss. Nur einer von ihnen, Tommy, erreicht den Strand. Dort trifft er auf Gibson, der gerade dabei ist einen gefallenen Kameraden zu beerdigen. Am Strand offenbart sich ihnen eine verzweifelte und aussichtslose Lage. Mehr als 300.000 britischen Soldaten, darunter unzählige Verwundete, warten auf ihre Evakuierung in die Heimat. Ohne jegliche Deckung sind sie den Deutschen Angriffen hoffnungslos ausgeliefert und selbst wer es auf eines der wenigen Evakuierungsschiffe schafft, ist keinesfalls in Sicherheit. Die Schiffe der Royal Navy geraten nämlich immer wieder ins Fadenkreuz deutscher U-Boote oder Heinkel Bomber. Trotzdem versuchen Tommy und Gibson alles um auf eines der vermeintlich rettenden Schiffe zu kommen...



Währenddessen schickt die britische Regierung eine Flotte von mehr als 800 zivilen Schiffen nach Dünkirchen um bei der Evakuierung der Truppen zu helfen. Eine Flotte bestehend aus Fischerbooten, Yachten und Freizeitbooten. Unter ihnen auch Mr. Dawson, sein Sohn George und dessen Freund Peter mit ihrem Schiff "Moonstone". Auf dem Weg nach Dünkirchen fischen die drei einen britischen Soldaten aus dem Wasser, der auf den Überresten eines versenkten Schiffes im Wasser treibt. Der schwer unter Schock stehende Soldat weigert sich jedoch mit ihnen nach Dünkirchen zurück zu kehren und fordert sie zur Umkehr nach England auf. Es kommt schließlich zu einem folgenschweren Zwischenfall an Bord...

Drei Spitfire-Piloten der Royal Airforce befinden sich als Luftunterstützung ebenfalls auf dem Weg nach Dünkirchen, wo die Deutschen den Alliierten am Strand vor allem immer wieder durch Angriffe und Bombardierungen aus der Luft schwer zu setzen. Der Sprit der Maschinen ist für die Strecke hin und zurück jedoch knapp bemessen und reicht nur für knapp 40 Minuten Kampfhandlungen. Immer wieder werden sie jedoch in Luftgefechte verwickelt und während es ihnen gelingt einige Deutsche Jagdflieger und Bomber abzuschießen, müssen auch sie Verluste hinnehmen. Der Staffelführer geht während eines der Gefecht verloren und die Treibstoffanzeige von Farrier wird schwer beschädigt. Dieser muss sich von nun an seinem Kollegen Collins orientieren, doch als dieser nach einem neuerlichen Gefecht Notwassern muss, ist Farrier plötzlich auf sich allein gestellt...





Wenn ein Regisseur wie Christopher Nolan in die Kinos ruft, dann fällt es schwer diesem nicht zu folgen. Seit Jahren zählt Nolan zu einem der besten und interessantesten Regisseuren in Hollywood. Mit Filmen wie "Memento" (2000), "Prestige" (2006), "The Dark Knight" (2008), "Inception" (2010) und zuletzt "Interstellar" (2014) hat sich der Brite nicht nur einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet, sondern auch weitgehende künstlerische Freiheiten bei seinen Projekten. Als einer der ganz wenigen Regisseure hat Nolan seit seinem großen Erfolg mit "The Dark Knight" völlig freie Hand und das vertraglich festgelegte Recht auf den "Final Cut" und das hat sich bisher stets ausgezahlt. Denn seine Werke zählen mit zum Besten, was es auf Zelluloid derzeit zu sehen gibt und bestechen dabei einerseits durch interessante, komplexe Geschichten und Ideen, andererseits aber auch durch ihre beeindruckende, perfekte Visualität und technische Finesse. Berücksichtigt man dann auch noch die überragenden Soundtracks, die seine Filme hervorgebracht haben für die zuletzt niemand geringerer als Hans Zimmer verantwortlich war, so schafft es Nolan wie kein anderer sämtliche filmischen Teilbereiche derart perfekt zu einem großen Kunstwerk zu orchestrieren. 

Als Nolan nach "Interstellar" ankündigte "Dunkirk" zu drehen, war die Überraschung durchaus groß. Ein visionärer Regisseur wie er dreht einen gewöhnlichen Kriegsfilm? Und tatsächlich ist "Dunkirk" etwas anders, als wir es von seinen bisherigen Filmen gewohnt sind. Die Geschichte über die Evakuierung der eingekesselten britischen Truppen ist weitaus weniger komplex und innovativ wie seine letzten Werke. Doch gewöhnlich ist der Film keineswegs. Inhaltlich lässt sich der Film im wesentlichen in wenigen Sätzen zusammenfassen und auch Dialoge sind spärlich gesät, was gerade in der Mitte des Filmes mitunter zur ein oder anderen Länge führt, was für den ein oder anderen durchaus etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte. Gleichzeitig wird dem Zuschauer dadurch aber jegliche Form von Pathos erspart, die man ansonsten von Kriegsfilmen kennt. "Dunkirk" ist dabei weder Heldenepos noch Antikriegsfilm. Viel mehr ein Film über Leben und Tod, in dem historische Fakten und Kontext kaum Erwähnung finden und die Humanität begrenzt ist. Die Charaktere sind gewollt minimalistisch und man erfährt praktisch nichts über sie und ihre persönliche Geschichte, ihre Gesichter praktisch beliebig austauschbar und oft schwer im Getümmel voneinander zu unterscheiden. "Dunkirk" erzählt seine Geschichte über Leben und Tod in erster Linie über seine Bilder und das macht ihn dann doch fast schon wieder komplex.



Dieses Konzept funktioniert natürlich nur dann, wenn die Bilder auch entsprechend die Geschichte transportieren können. Und das schafft "Dunkirk" wieder einmal in perfekter visueller wie technischer Hinsicht. Die Kameraarbeit von Hoyte van Hoytema war bereits bei "Interstellar" eines der Highlights des Films und auch bei seinem neuesten Werk vertraute Nolan auf die Dienste des niederländischen Kameramannes. Und das hat sich definitiv ausgezahlt, gerade die Bilder vom Strand sind ziemlich beeindruckend aber auch die Szenen am Wasser oder in der Luft wissen zu begeistern. Visuell insofern faszinierend als das der Film stellenweise nicht wie ein Film, sondern viel mehr wie eine authentische historische Aufnahme aus einem Archiv wirken. Der Sound im Zusammenspiel mit dem eher simplen aber sehr wirkungsvollen Soundtrack von Hans Zimmer hat eine äußerst fesselnde Wirkung und schmeißt einen direkt hinein ins Geschehen. Ein wenig kritisch könnte man die ein oder andere Szene sehen in denen der Score dann doch etwas zu lange in Erscheinung tritt, aber das ist Jammern auf hohen Niveau.

"Dunkirk" hält sich nicht lange mit historischen Erklärungen oder Einleitungen auf, diese setzt er im wesentlich voraus, sondern schmeißt den Zuschauer gleich mitten hinein ins Getümmel. Und die Eröffnungsszene begleitet von einer wiederkehrenden Texteinblendung setzen gleich von Beginn an den Ton des Films. Und dieser ist äußerst beklemmend und hoffnungslos. Die Stimmung erinnert ein wenig an "Der Schmale Grat" und diese Hoffnungslosigkeit ist direkt greifbar und legt sich wie ein Schleier nicht nur über den Strand von Dünkirchen, sondern auch über den gesamten Kinosaal. Ein wenig schade ist es, dass man vom Kampf in der Stadt selbst nichts sieht, der entlang der Verteidigungslinie geführt wird. Die Szene zu Beginn mit der Gruppe britischer Soldaten, die unter Beschuss geraten und versuchen zum Strand zu entkommen ist die einzige, die in der Stadt spielt.

Der Film ist in drei Handlungsstränge gegliedert (Mole, Wasser und Luft), die immer wieder abwechselnd erzählt werden und dabei teilweise zu unterschiedlichen Tageszeiten spielen, sich teilweise kreuzen und am Ende zusammengeführt werden. Das wurde dann recht geschickt verknüpft und während der Film sich in der Mitte ein wenig zieht, sind vor allem der Beginn und das Ende extrem stark. Gegen Ende gibt’s dann auch für den Zuschauer dann noch mal einen kleinen emotionalen Schub, der so ein bisschen während des Films gefehlt hat, da ein wenig der emotionale Bezug zu den Charakteren fehlt aufgrund der Tatsache, dass diese nicht näher beleuchtet werden. 

Inhaltlich muss man vielleicht den ein oder anderen Abstrich in Kauf nahmen, trotzdem weiß auch Christopher Nolans neues Werk "Dunkirk" zu beeindrucken. 

Bewertung: 8.5/10



Samstag, 22. Juli 2017

Neue Trailer: Der Schneemann und Ready Player One


Der Schneemann

Der erste Trailer zum Serienkiller-Thriller "Der Schneemann" des norwegischen Autors Jo Nesbo macht direkt Lust auf mehr und verspricht einen äußerst spannenden Horror-Thriller mit Starbesetzung u.a. Michael Fassbender, Rebecca Ferguson, Val Kilmer, J.K. Simmons, Charlotte Gainsbourg, Chloe Sevigny und James D'Arcy.

Darum geht's: 
Hauptkommissar Harry Hole (Michael Fassbender) von der Osloer Polizei untersucht das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau, deren pinker Schal um einen Schneemann gewickelt gefunden wurde. Ihm zur Seite steht seine neue Kollegin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson).  Hole vermutet das ein Serienkiller wieder aktiv sein könnte, der nie geschnappt wurde. Zusammen rollen sie alte Mordfälle wieder auf, in der Hoffnung den Killer noch vor dem nächsten Schneefall fassen zu können.



Ready Player One

Im Rahmen der Comic Con 2017 in San Diego wurde nun auch der erste Trailer zum kommenden Steven Spielberg Dystopie-Projekt "Ready Player One" veröffentlicht. Der Debütroman von Autor Ernest Cline aus dem Jahr 2010 landete sofort auf sämtlichen Bestsellerlisten. Bei der Verfilmung sind u.a. mit dabei Ben Mendelsohn ("Rogue One"), Simon Pegg ("Star Trek", "Mission Impossible"), Mark Rylance ("Bridge of Spies"), T.J. Miller ("Deadpool") und Tye Sheridan ("X-Men Apocalypse)

Darum geht's: Wade Watts (Tye Sheridan) lebt im Jahr 2045 in einem futuristischen, in die Höhe gebauten Trailerpark. Das Leben auf der Erde ist durch Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Kriege und Hungersnöte für große Teil der Bevölkerung hart und beschwerlich geworden. Der einzige Weg diesem Leben zu entfliehen ist ein 3D-Videospiel namens OASIS. Kurz bevor der Erfinder von OASIS stirbt, veröffentlicht er ein Video in dem er alle Nutzer dazu aufruft ein "Easter Egg" zu finden, welches er im Spiel versteckt hat. Dem Finder winkt ein Vermögen...






Kind 44


Originaltitel: Child 44
Land/Jahr:  USA 2015
Dauer: 137 Minuten

Regie: Daniel Espinosa
Cast: Tom Hardy (Leo Demidov), Joel Kinnaman (Vasili Nikitin), Fares Fares (Alexey Alexeyev), Noomi Rapace (Raisa Demidov), Jason Clarke (Anatoly Brodsky), Paddy Considine (Vladimir Malevich), Vincent Cassel (Major Kuzmin), Gary Oldman (Mikhail Nesterov)

Im Paradies gibt es keinen Mord. Denn Mörder sind das Produkt eines rein kapitalistischen Gesellschaftssystem und somit in der Sowjetunion nicht existent. Wer anderes behauptet oder gar versucht zu beweisen, macht sich zum Staatsfeind und läuft Gefahr verhaftet und in ein Arbeitslager gebracht zu werden. Ein Umstand mit dem sich überraschend auch der Geheimdienstoffizier Leo Demidov konfrontiert sieht und sich plötzlich auf der anderen Seite wiederfindet. Denn normalerweise ist es er der mit der Aufspürung und Verhaftung von Dissidenten und vermeintlichen Verrätern beauftragt wird.

Demidov arbeitet für das Ministerium für Staatssicherheit (MGB) und leitet eine eigene Einheit. Zu seiner Einheit gehören auch Vasili Nikitin und Alexey Andreyev mit denen er bereits in der Roten Armee diente. Seit seiner Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg genießt Demidov hohes Ansehen und gilt als Kriegsheld, nachdem er auf dem Berliner Reichstag nach dessen Eroberung durch die Rote Armee die sowjetische Fahne hisste. 

Seine Einheit macht Jagd auf den Tierarzt Anatoly Brodsky, einen vermeintlichen Verräter. Nach einem Hinweis gelingt es ihnen Brodsky auf einem Bauernhof aufzuspüren. Während Brodsky schließlich von Leo gestellt wird, erschießt Vasili Nikitin als Vergeltungsmaßnahme vor den Augen der zwei Töchter den Bauer und seine Frau. Wutentbrannt stürzt sich Leo auf Vasili, schlägt ihn nieder und hält ihm eine Waffe an den Kopf. Erst das Einschreiten von Alexey beruhigt die Situation wieder. Brodsky wird nach Moskau gebracht und dort verhört. Er bekräftigt seine Unschuld und begründet seine Flucht damit, dass wer in der Sowjetunion verfolgt und schließlich verhaftet wird ohnehin bereits schuldig ist. Unter Folter gesteht er letztendlich und nennt vor seiner Exekution die Namen von sieben weiteren Verrätern. Darunter auch der Name von Raisa Demidov, Leo Demidovs Frau. Major Kuzmin erteilt Leo den Auftrag gegen seine eigene Frau zu ermitteln und umgehend zu verhaften sollte sich der Verdacht bestätigen. 



Währenddessen wird in der Nähe des Bahnhofs die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Bei der Autopsie stellt sich heraus das es sich bei dem Leichnam um Jora Alexeyev handelt, den Sohn von Leo Demidovs Freund Alexey Alexeyev. Obwohl die Leiche unbekleidet aufgefunden wird, deutliche Spuren von Gewalteinwirkung aufweist und Organe fehlen, wird der Fall von den zuständigen Behörden offiziell als Unfall zu den Akten gelegt. Alexey glaubt jedoch nicht an einen Unfall und spricht von Mord, muss jedoch die offizielle Erklärung akzeptieren, um seine Familie und ihn selbst nicht weiter in Gefahr zu bringen. 

 Leo steht indessen vor einer schweren Entscheidung. Wenn er seine Frau nicht denunziert droht ihnen beide die Verhaftung und möglicherweise noch schlimmere Konsequenzen. Er entscheidet sich schließlich seine Frau nicht auszuliefern und meldet Kuzmin, dass er keinerlei Hinweise auf eine Verwicklung von Raisa in kriminelle Handlungen gefunden hat. Die beiden werden schließlich eines Nachts verhaftet und verhört, entgehen jedoch einer Exekution und werden ins Exil nach Volsk geschickt. 

Leo wird degradiert und der örtlichen Miliz unter dem Kommando von General Nesterov unterstellt. Raisa, die in Moskau noch als Lehrerin arbeitete, wird in der örtlichen Schule nur als Putzkraft beschäftigt. Beide führen in Volsk ein einfaches Leben. Doch auch in Volsk wird die Leiche eines kleinen Jungen entdeckt, die Parallelen zum Fall in Moskau aufweisen... 


Die Verfilmung von Tom Rob Smiths gleichnamigen ersten Band aus der "Leo Demidov Trilogie" ist ein beklemmender Kriminalthriller über einen systemkonformen Geheimdienstoffizier, der sich plötzlich damit konfrontiert sieht, selbst Opfer jenes Systems zu sein, welchem er jahrelang treu und ergeben diente. Sein Gewissen wird im Verlauf des Films dabei gleich mehrfach auf die Probe gestellt. Erst der vermeintliche Mord am Sohn seines Freundes, der von den Behörden vertuscht wird. Dann fällt auch noch der Name seiner Frau Raisa im Zuge eines Verhörs als mögliche Verräterin und Demidov wird von seinem perfiden Vorgesetzten noch dazu selbst auf seine eigene Frau angesetzt. Es bricht auf den Charakter von Leo Demidov einiges herein und allmählich beginnt bei ihm ein Sinneswandel einzusetzen und aus dem einstmals systemkonformen Offizier wird jemand der beginnt Dinge zu hinterfragen. Diese Charakterentwicklung wird im Film durchaus schlüssig und glaubwürdig dargestellt, jedoch nicht in letzter Konsequenz vollzogen. Trotzdem bleibt der Charakter des Leo Demidov einer der überzeugendsten Charaktere im Film. Vor allem auch dank der überzeugenden schauspielerischen Leistung von Tom Hardy, der nahezu perfekt in diese Rolle passt. Neben ihm überzeugen auch Noomi Rapace als Raisa und Gary Oldman als Miliz-Anführer Nesterov, wenngleich ihre Charaktere leider weitaus weniger detailreich ausgearbeitet sind.

Besonders negativ fällt die fehlende Charakterzeichnung beim eigentlichen Antagonisten, dem Mörder, auf. Er wird im Film zu einer bloßen Randfigur erklärt, dem nur wenige Minuten eingeräumt werden und dessen Motivation letztendlich kaum näher beleuchtet wird. Ganz gleich ergeht es dem Charakter von Demidovs Frau, Raisa, die ihrem Mann in einer zentralen Szene erklärt, sie hätte ihn nur aus Angst geheiratet. Doch "Kind 44" bleibt dem Zuschauer eine nähere Erklärung oder Motivation dafür schuldig. Hier offenbart die Verfilmung einige erzählerische Schwächen, die insbesondere für Buchkenner ärgerlich und unverständlich sein dürften. Die filmische Umsetzung krankt ein wenig daran, dass das Drehbuch es nicht gänzlich vermag der literarischen Vorlage zu entsprechen. Betrachtet man den Film los gelöst ohne entsprechendes Hintergrundwissen der Buchvorlage fällt dies zwar nicht so sehr ins Gewicht wie für Buchkenner, dennoch wünscht man sich als Zuschauer etwas mehr Detailreichtum und Erklärungen.



Während der Film aus erzählerischer Hinsicht also nicht vollends überzeugen kann, gelingt ihm das durch ein überzeugendes Setting und einer dichten, beklemmenden Atmosphäre. Diese vermittelt dem Zuschauer ein beunruhigendes Gefühl der Verunsicherung und Einschüchterung, das gerade in totalitären und autoritären Systemen durch Denunziantentum hervorgerufen wird. Es ist ein beängstigendes Gefühl das der Film transportiert. Ein falsches Wort, eine falsche Anschuldigung genügen um verhaftet zu werden. Die Deportation in ein Arbeitslager ist dabei noch eine vergleichsweise harmlose Strafe, die einen erwartet. 

"Kind 44" ist dabei mehr Krimi als Thriller, denn großartige Spannung erzeugt er während der 137 Minuten nicht, die hätte dem Film aber gerade bei der Jagd nach dem Mörder durchaus gut getan und der ganzen Geschichte mehr Auftrieb gegeben. Die wenigen Actionszenen im Film sind außerdem ein wenig zu unübersichtlich inszeniert. Trotz erzählerischer und der ein oder anderen inszenatorischen Schwäche spielt der Film auf einem soliden bis guten Niveau, wobei die ein oder andere glücklichere Entscheidung beim Drehbuch und ein wenig mehr Feinschliff nicht geschadet hätten.

Die Stimmung in Kombination mit den dreckigen, grauen Bildern und einer düsteren Geschichte die erzählerisch nicht immer mit der Buchvorlage Schritt halten kann, ergeben in Summe zumindest für die Nichtleser der Vorlage einen durchaus interessanten und prominent besetzten Kriminalthriller. 

Bewertung:  6/10



Dienstag, 18. Juli 2017

Begabt - Die Gleichung eines Lebens


Originaltitel: Gifted
Land/Jahr:  USA 2017
Dauer: 101 Minuten
Regie: Marc Webb
Cast: Chris Evans (Frank Adler), Mckenna Grace (Mary Adler), Lindsay Duncan (Evelyn Adler), Jenny Slate (Bonnie Stevenson), Octavia Spencer (Roberta Taylor)

Frank Adler lebt zusammen mit seiner siebenjährigen Nichte Mary und dem einäugigen Kater Fred in einem kleinen Küstenstädtchen nahe Tampa, Florida. Nach dem tot seiner Schwester Diane, einer hoch talentierten Mathematikerin, hat er die Vormundschaft über die kleine Mary übernommen und verdient seinen Lebensunterhalt als Freiberufler mit der Reparatur von Booten. Bereits früh wird klar, dass auch Mary hoch begabt ist und die örtliche Grundschule wohl nicht der richtige Ort ist, um ihre Hochbegabung entsprechend zu fördern. Mayr wird ein Stipendium an der "Oaks Academy for gifted Education" angeboten, doch Frank lehnt ab. Er befürchtet das Mary damit die Chance auf eine normale Kindheit genommen wird und ein ähnliches Schicksal erleidet wie ihre Mutter, die für ihre Hochbegabung einen hohen Preis bezahlen musste.

Die Ablehnung dieser einmaligen Chance ruft ausgerechnet Franks Mutter, Evelyn, auf den Plan, die eines Tages unerwartet vor der Tür steht, um ihre Enkelin zu besuchen. Auch sie erkennt das außergewöhnliche mathematische Talent von Mary und findet das ein derartiges Wunderkind entsprechend gefördert werden muss, als Vorbereitung für ein Leben das sich ganz der Mathematik verschreibt. Evelyn erklärt sich dazu bereit Mary zu sich nach Massachusetts zu nehmen und ihr die Förderung zuteil kommen zu lassen, die sie benötigt. Notfalls ist sie auch dazu bereit das Sorgerecht vor Gericht für sich in Anspruch zu nehmen. Doch das kommt für Frank nicht in Frage und entspricht nicht dem, was seine Schwester sich für ihre Tochter gewünscht hätte. Eine normale Kindheit, die sie selbst nicht hatte...


Während vergangenes Jahr "Hidden Figures" mit der Geschichte über drei afroamerikanische Mathematikerinnen bei der NASA Publikum wie Kritiker zugleich begeisterte, sorgt aktuell immer noch eine andere starke und außergewöhnlich Frau mit Schild und goldenem Lasso für Aufsehen in den Kinos. Starke und beachtenswerte weibliche Charaktere sind aktuell sehr beliebt in Hollywood und darüber hinaus äußerst erfolgreich. "Begabt - Die Gleichung eines Lebens" von Regisseur Marc Webb ("500 Days of Summer"; "The Amazing Spider-Man") ist ein wunderbar gefilmtes Drama mit viel Herz und Charme, welches man durchaus auch in dieser Riege nennen kann. 

Denn außergewöhnliche Frauen spielen auch bei "Begabt" eine zentrale Rolle und das Leben der männlichen Hauptcharakters Frank Adler (Chris Evans) dreht sich maßgeblich um diese. Da wäre zum einen seine intelligente Schwester und ihr trauriges Schicksal welches die Basis für die Handlung setzt, die kleine hoch begabte Mary als zentralen Antrieb für seinen Charakter und seine ihm entfremdete aber nicht minder talentierte Mutter Evelyn als Gegenpart. Diese weiblichen Charaktere geben dem Film ungemein viel und er zollt ihnen für ihre Intelligenz und hingebungsvolle Arbeit jenen Respekt und Anerkennung die diese verdienen.




Die Geschichte ist dabei weder innovativ noch neu, doch weiß sie zu überzeugen indem sie einen sehr bodenständigen Ton setzt und auf unnötige und übertriebene Dramatik verzichtet. Dabei aber sehr glaubwürdig rüber kommt und dennoch die emotionale Wand zum Zuschauer durchbricht. Hilfreich ist natürlich dabei das man als Zuschauer recht schnell eine Bindung zu den Charakteren aufbaut und hier überstrahlt Mckenna Grace mit ihrer Leistung alle anderen Darsteller bei weitem. Dennoch ist die Motivation der einzelnen Charaktere immer glaubhaft und nachvollziehbar.

Man versteht die Motive hinter Frank Adlers Charakter, der seiner Nicht eine möglichst normale Kindheit bieten möchte, weil er anhand seiner eigenen Erfahrungen und der seiner Schwester gesehen hat das eine Hochbegabung nicht immer einen Segen darstellt. Aber auch Evelyns Motiv ist durchaus nachvollziehbar und es ist gut das man ihren Charakter - anders als in anderen Filmen in denen es um Sorgerechtsstreitigkeiten geht - nicht vollends dämonisiert. Im Gegenteil man bringt durchaus Verständnis für ihren Standpunkt auf. 

Sie selbst war eine talentierte Mathematikerin in Cambridge und gab ihre Karriere zu Gunsten einer eigenen Familie auf, was sie ganz offensichtlich im Nachhinein bereut und möchte Mary möglicherweise vor dem selben Fehler bewahren. Dies führte dann letztendlich dazu das sie die nicht mehr vorhandene eigene wissenschaftliche Karriere zu sehr auf ihre Tochter übertrug und sie damit förmlich erdrückte. Selbiges droht Mary und während Frank dies längst erkannt hat, fehlt Evelyn hier jegliche Art der Selbsterkenntnis. Und es ist ein wenig schade, dass der Film dies ein wenig ausspart.




Der Film wirft auch einige relevante Fragen auf, die jeder von uns auch durchaus in seinem eigenen Umfeld beobachten kann, sei es ob ein Kinder außergewöhnlich intelligent oder über ein anderes Talent (Sport, Musik etc.) verfügt. Wie weit darf und soll Förderung gehen und ab wann beginnen vor allem die Eltern mit übermäßigen Ehrgeiz den Kindern zu schaden. Wann steht das eigene Ego dem Wohl des Kindes entgegen?

"Begabt - Die Gleichung eines Lebens" ist alles in allem ein gelungenes Drama, das es durchaus wert ist das man ihm eine Chance gibt. Und wer dies tut, wird es garantiert nicht bereuen. Der Film läuft seit 13.07.2017 in den österreichischen und deutschen Kinos.

Bewertung:  7/10






Montag, 17. Juli 2017

Keep Quiet [DOKUMENTATION]


Originaltitel:  Keep Quiet
Land/Jahr:  England/Ungarn 2016
Dauer: 90 Minuten
Regie: Sam Blair & Joseph Martin
Cast: Csanad Szegedi, Anne Applebaum,Andreas Dezso, Rabbi Boruch Oberlander 


Was passiert mit einem erklärten Antisemiten und Politiker einer rechtsextremen Partei, wenn dieser plötzlich erfährt das er jüdische Wurzeln hat? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Dokumentation "Keep Quiet". Sie erzählt die Geschichte von Csanád Szegedi, einem ungarischen Rechtspolitiker und Gründungsmitglied der rechtsextremen "Jobbik" Partei ("die Rechteren" bzw. "die Besseren"), der in jungen Jahren einen rasanten politischen Aufstieg hinlegt und vor allem durch seine Hetzreden gegen Juden und Roma von sich reden macht. Seine politische Karriere erreicht schließlich 2009 einen Höhepunkt, als er als einer von drei "Jobbik"-Abgeordneten ins europäische Parlament in Straßburg einzieht. Doch bereits ein Jahr später sieht er sich mit schweren parteiinternen Vorwürfen konfrontiert er habe jüdische Wurzeln. 

Ein schwerwiegender und problematischer Vorwurf für einen Rechtspolitiker und erklärten Antisemiten. Der Schlüssel zur Wahrheit ist dabei ausgerechnet seine Großmutter. Was Szegedi zunächst noch als absurden Vorwurf eines Parteikollegen abtut, erweist sich jedoch tatsächlich als wahr und für Szegedi bricht eine Welt zusammen. Wer verliert seine politische Heimat und stürzt in eine Identitätskrise. 

"Keep Quiet" skizziert dabei den politischen Aufstieg der "Jobbik" Partei und von Csanád Szegedi, dessen Fall im Zuge der Enthüllungen rund um seine jüdischen Wurzeln und seine anschließende radikale Hinwendung zum Judentum. Und ist dabei autobiografisch geprägt, denn Csanád Szegedi erzählt seine Geschichte in erster Linie selbst. Szegedi ist der Erzähler, es kommen jedoch auch andere Personen zu Wort, welche die Person teilweise kritisch in Frage stellen. Die Dokumentation ist insofern inhaltlich durchaus als ausgewogen anzusehen und wirft dabei immer wieder interessante und kritische Fragen auf etwa was die tatsächliche Motivation für seinen radikalen Sinneswandel betrifft und ob dieser glaubwürdig ist oder nicht.

Tatsächlich bleibt einem die Person von Csanád Szegedi - so sehr man auch gerne an den Wandel glauben möchte - bis zum Schluss ein wenig suspekt hinsichtlich seiner tatsächlichen Motivation. Denn Szegedi hat mit den Enthüllungen um seine jüdische Herkunft mit der "Jobbik" Partei nicht nur seine politische Heimat verloren sondern auch seine Einnahmequelle und sein Sozialleben. Denn sein ganzes Leben war von Menschen eben jener Gruppe geprägt, die sich nun gegen ihn stellten und ihn ausgrenzten. Er stand wie er in der Dokumentation selbst erwähnt "nackt" da. Blieb ihm also nichts anderes übrig als sich ausgerechnet jener Gemeinde hinzuwenden gegen die er vor wenigen Monaten noch hetzte? Oder wie es es jemand in der Dokumentation selbst bezeichnet: Ist Szegedi einfach von einer Welle, die ihn nicht mehr trug, auf eine andere Welle gesprungen? Eine Frage die immer wieder aufgeworfen wird, deren Antwort allerdings dem jeweiligen Zuschauer selbst überlassen bleibt.

Leider werden einige andere inhaltlich interessante Themen nur oberflächlich angerissen und sehr schnell wieder fallen gelassen. War Szegedi Mitglied und Mitbegründer einer rechtsextremen Partei aus ideologischen oder aus "pragmatischen" Gründen? So recht klar wird das nicht. Seine nationalistisch geprägte Herkunft und die Tatsache das er ebenfalls Mitbegründer der "Ungarischen Garde" war (die in Kleidung und Auftreten sehr stark an die nationalsozialistischen "SA" erinnert) lässt zwar ersteres vermuten doch sein radikaler Umschwung zum Judentum könnte auch darauf hindeuten das Szegedi einer jener Politiker ist, die rechte Rhetorik in erster Linie dazu verwenden um damit Stimmen zu fangen. 

Bemerkenswert ist "Keep Quiet" aber vor allem aufgrund der Szenen mit der Holocaust Überlebenden Eva Neumann, die mit Csanád Szegedi im Zug nach Ausschwitz sitzt, um mit ihm das Konzentrationslager erstmals nach ihrer Deportation wieder zu besuchen und auch die Szenen mit Szegedis Großmutter. Diese Szenen sind äußerst bewegend und machen nachdenklich gerade weil die beiden Holocaust-Überlebenden recht nüchtern und gelassen berichten und dies umso eindringlicher beim Zuschauern ankommt. So berichtet
etwa Szegedis Großmutter von ihrer Deportation, warum sie die jüdische Herkunft ihrer Familie vorenthielt und was sie vom politischen Engagement ihres Enkels hält. Am Beginn der Dokumentation gibt’s eine recht bemerkenswerte Szene in der Neumann zusammen mit Szegedi in einem Zugabteil sitzt und Szegedi merkt an, dass der Holocaust natürlich ein Fakt sei. Relativiert diesen aber im gleichen Satz damit das im zweiten Weltkrieg schließlich auch andere Gräuel verübt worden wären und sich der Holocaust nicht von anderen nationalen Katastrophen unterscheiden würde. Er richtet anschließend die Frage an Neumann warum man denn ständig über den Holocaust reden müsse, warum man ständig daran erinnert werde  und das es doch in erster Linie eine Tragödie für die Juden sei. Neumann quittiert dies mit einem verständnislosen Kopfschütteln. Und die Frage warum wir auch 70 Jahre später darüber reden müssen und die heutige Generationen schließlich keine Schuld treffe ist immer wieder präsent wenn es darum geht das Thema Holocaust am liebsten verdrängen zu wollen. Vermutlich weil es ein äußerst unbequemes Thema ist. Diese Szene stimmt sehr nachdenklich, schließlich wird man mit derlei Aussagen immer wieder konfrontiert und ich glaube ich habe meine persönliche Antwort darauf gefunden. Der Holocaust war keine reine jüdische Tragödie, sondern eine für die gesamte Menschheit in unbeschreiblichen Ausmaß und wer glaubt dies könne nicht mehr passieren der irrt und genau deshalb ist es wichtig die Folgen von Hass und Vorurteilen immer wieder in Erinnerung zu rufen. 

Bewertung: 7/10

Die Dokumentation gibt’s übrigens aktuell gerade auf Netflix zu sehen, wer sich für Geschichte und Dokus interessiert und sich insbesondere für den Holocaust interessiert findet mit "Keep Quiet" einen guten Beitrag der einmal eine etwas andere Geschichte zu diesem Thema beiträgt.





Dienstag, 4. Juli 2017

Das Belko Experiment


Originaltitel:  The Belko Experiment
Land/Jahr:  USA 2016
Dauer:  89 Minuten
Regie: Greg McLean
Cast: John Gallagher (Mike Milch), Tony Goldwyn (Barry Norris), Adria Arjona (Leandra Florez), John C. McGinley (Wendell Dukes), Michael Rooker (Bud Melks), Brent Sexton (Vince Agostino), Abraham Benrubi (Chet Valincourt)

Haben Sie ein Stellenangebot der "Non Profit Organisation" Belko Industries vorliegen? Dann lehnen Sie ab! Denn der Wettbewerb dort ist mörderisch! Mike Milch, leitender Angestellter bei Belko, wird Ihnen das gerne bestätigen. Eigentlich sollte es für Mike ein ganz normaler Arbeitstag werden, doch bereits als er das hermetisch abgeriegelte Firmengelände außerhalb der kolumbianischen Hauptstadt Bogota erreicht, wird ihm klar das etwas anders ist als sonst. Die Security wurde ausgetauscht und kontrolliert an diesem Tag ganz besonders penibel, wer den Belko Komplex betritt. Alle einheimischen Mitarbeiter werden am Tor abgewiesen und umgehend wieder nach Hause geschickt. Ein Umstand der Mike etwas ratlos zurücklässt, außerdem beobachtet er wie Mitarbeiter der Security immer wieder einen rätselhaften Hangar betreten und verlassen.


Für die verbliebenen Belko-Mitarbeiter beginnt indessen der normale Arbeitsalltag. So etwa für Leandra, Mikes Freundin, die sich den lüsternen Blicken ihres Kollegen Wendell erwehren muss. Der Großteil der Mitarbeiter ist seit gerade einmal einem Jahr in Bogota und wurde von Belko mit großzügigen Angeboten und Sonderzulagen zum Umzug nach Kolumbien überredet. Darunter auch Dany, die ihren ersten Arbeitstag bei Belko in Angriff nimmt und über die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen aufgeklärt wird.

Als die letzte Mitarbeiterin das Gebäude betritt, meldet sich plötzlich eine rätselhafte Stimme über die Sprechanlage und verkündet, dass in acht Stunden die meisten der 80 Bediensteten im Gebäude tot sein werden. Die eigenen Überlebenschancen können jedoch erhöht werden, indem man sich an ein paar einfache Regeln hält und die gestellten Aufgaben erfüllt. Die erste Aufgabe lautet: Ermordet innerhalb der nächsten halben Stunde zwei eurer Arbeitskollegen! Tut es nicht und es wird Konsequenzen geben...



"Das Belko Experiment" ist ein solider, kleiner Horrorthriller, der mit seiner Prämisse sehr an Filme wie The Purge, Battle Royale oder Hunger Games erinnert und der sich perfekt dazu eignet ihn nach einem anstregenden und vor allem nervigen Arbeitstag anzusehen. Der Film aus der Feder von Guardians of the Galaxy Regisseur und Autor James Gunn ist recht leichte Kost, die in Sachen Story nicht viel Neues erzählt und dem Zuschauer wohl auch nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Dafür bleibt der Film nämlich viel zu bieder. Es fehlt an Ecken und Kanten und an einer klaren Richtung in welche der Film hin möchte. 

Für einen ernsten Film fehlt es ihm am notwendigen Tiefgang, wenngleich er durchaus bemüht ist einen realistischen und bodenständigen Ansatz zu verfolgen. Zu einem Kultfilm fehlen die entsprechenden Charaktere oder witzige und originelle Dialoge. Und selbst Freunde von Gore oder Splatterfilmen dürften nur mäßig beeindruckt sein. Die Charaktere sind letztendlich auch viel zu sehr Schwarz und Weiß und was noch schlimmer wiegt einem als Zuschauer schlichtweg egal. Trotz einiger bekannter Gesichter (u.a. Tony Goldwyn, Michael Rooker oder Brent Sexton), einem ordentlichen Pacing und einer an und für sich guten Idee schafft es "Das Belko Experiment" leider nicht über das Mittelmaß hinaus. 

Bewertung:  5/10