Montag, 22. Mai 2017

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie



Originaltitel: Before I Fall
Land/Jahr: USA 2016
Dauer: 98 Minuten
Regie: Ry Russo-Young
Cast: Zoey Deutch (Samantha), Halston Sage (Lindsay), Logan Miller (Kent), Kian Lawley (Rob), Elena Kampouris (Juliet), Cynthy Wu (Ally), Medalion Rahimi (Elody), Liv Hewson (Anna)


Für Samantha und ihre Freundinnen Lindsay, Ally und Elody könnte die Highschool nicht besser laufen. Die vier sind beste Freundinnen, hübsch, beliebt und begehrt bei den Jungs. Alles scheint perfekt zu sein. Das Selbstbewusstsein der verschworenen Clique bekommen gerade Außenseiter wie die unauffällige Juliet immer wieder zu spüren, die sich in der Schulcafeteria beleidigende Sprüche der vier Mädchen anhören muss. Es ist Valentinstag und während Mädchen wie Juliet bei der Rosenverteilung für gewöhnlich leer ausgehen, erhält Samantha neben einer Rose von ihrem Freund Rob, eine zweite von ihrem Schulkameraden Kent, der sie zu seiner Party am Abend einlädt. 

Auf der Party kommt es schließlich zu einer offenen Konfrontation der vier Mädchen mit Juliet, die Lindsay als Schlampe bezeichnet und die Lage damit zum eskalieren bringt. Nach dem Vorfall mit Juliet ist der Abend für Samantha gelaufen als sie Rob betrunken vorfindet, mit dem sie an diesem Abend eigentlich das erste Mal erleben wollte. Doch das Schicksal ist launisch und grausam und hat für Samantha noch eine böse Überraschung parat. Auf dem Heimweg von der Party rammt der Wagen der vier Mädchen plötzlich etwas Unbekanntes, überschlägt sich und kommt von der Straße ab.Die Mädchen kommen dabei ums Leben...

Als Samantha erneut am Morgen des Valentinstags erwacht, hält sie den Autounfall zunächst für einen bösen Albtraum. Doch dieser scheint Realität zu werden, denn sie durchlebt diesen bis ins kleinste Detail wieder und wieder... 



Es ist Murmeltiertag! Schon wieder... Before I Fall ist eine Mischung aus "Und täglich grüßt das Murmeltier" und dem letzten Netflix Serienhit "13 Reasons Why" und basiert auf dem gleichnamigen Young Adult Roman von Lauren Oliver und richtet sich vorwiegend an eine junge, vornehmlich weibliche Zielgruppe. Young Adult bzw. Jugendliteratur im Allgemeinen wird ja immer wieder gerne belächelt und teilweise geringschätzig behandelt. Das gilt für die Romane wie auch für die entsprechenden Romanverfilmungen.
Und natürlich wird auch viel Schund produziert, mit dem xten "love triangle" und der existenziellen Frage welchem heißen Jungen der vornehmend weibliche Hauptcharakter nun sein Herz schenken soll. Das ist nicht von der Hand zu weisen, aber es gibt darüber hinaus auch die andere Seite. Nämlich viele interessante und vor allem mutige Geschichten, die auch außerhalb der üblichen Zielgruppe der 12-18jährigen ausgesprochen gut funktionieren und Stoff für ansprechende Filme oder Serien liefern. Netflix hat zuletzt mit der Serienadaption von Jay Ashers "Thirteen Reasons Why" einen viel beachteten Hit gelandet, 2014 war es die  Verfilmung von John Greens "Fault In Our Stars" mit Shailene Woodley und Ansel Elgort in den Hauptrollen die auch ein breites Publikum begeisterten und zu Tränen rührten. Young Adult kann also durchaus was, auch abseits der üblichen Klischees.

Before I Fall reicht zwar nicht an die oben genannten "Musterschüler" heran, zählt aber insgesamt zu den besseren Jugendbuchverfilmungen. Auch wenn Themen wie Zeitschleife, Mobbing oder Identitätssuche nun keine revolutionäre Neuentdeckung darstellen, werden diese und vor allem das Thema Trauerbewältigung gekonnt miteinander verknüpft. So durchlebt Samantha in der Zeitschleife alle fünf Phasen der Trauer, was erst gegen Ende des Film klar wird. Before I Fall erfindet das Rad nicht neu, dafür ist die Geschichte bis auf den Twist am Ende zu vorhersehbar, vermeidet es aber auch allzu große Fehler zu machen und überzeugt gerade durch eine sehr geschmeidige und visuell gelungene Inszenierung.



Leider bleiben die Charaktere insgesamt viel zu blass und lassen beim Zuschauer nicht so recht Empathie aufkommen, wodurch man als Zuschauer emotional auch nicht so richtig abgeholt wird. Lediglich ein paar wenige Szenen von Samantha mit ihrer Familie, insbesondere mit ihrer kleinen Schwester, Izzy, bringen ein wenig Emotionalität in den Film. Ansonsten bleiben die Charaktere viel zu kühl, da man viel zu wenig über sie erfährt und die kleinen durchaus interessanten Häppchen die man über sie erfährt sind entweder oberflächlich gehalten oder werden direkt wieder fallen gelassen. Dafür, dass sich Regisseur Ry Russo-Young gerade zu Beginn des Films recht viel Zeit lässt, um die Charaktere zu etablieren, kommt insgesamt viel zu wenig dabei beim Zuschauer an. Das fehlt Before I Fall letztendlich um dann doch "mehr" zu sein als bloß ein gut inszenierter Film den es aber etwas an emotionaler Tiefe fehlt.


Bewertung:  6/10

Before I Fall startet am 01. Juni in den österreichischen und deutschen Kinos. 

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (Buch)

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (Blu-Ray)

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (DVD)


Donnerstag, 18. Mai 2017

Hacksaw Ridge


Origintaltitel: Hacksaw Ridge
Land/Jahr: USA 2016

Dauer: 139 Minuten
Regie: Mel Gibson
Cast: Andrew Garfield (Desmond Doss), Teresa Palmer (Dorothy Schutte), Hugo Weaving (Tom Doss), Rachel Griffiths (Bertha Doss), Sam Worthington (Cpt. Glover), Vince Vaughn (Sgt. Howell)

Eine zunächst harmlos aussehende Rauferei unter Brüdern endet für Desmond T. Doss beinahe in einer Katastrophe als er, gepackt von Raserei, einen Ziegelstein ergreift und vor den Augen seiner Eltern auf seinen jüngeren Bruder, Hal, einschlägt. Dieser geht bewusst und blutend zu Boden und wir von seinen entsetzten Eltern ins Haus gebracht und erst versorgt. Ein einschneidendes Erlebnis für den sichtbar geschockten Desmond, dessen leerer Blick auf ein Bild fällt, welches die zehn Gebote abbildet. "Du sollst nicht töten". Wie erstarrt blickt Desmond auf das sechste Gebot während sein Vater wütend und mit einem Hosengürtel in der Hand drohend, versucht die Schockstarre seines ältesten Sohnes zu durchbrechen. Dies gelingt letztendlich seiner Mutter, die mit sanfter Stimme Desmond mitteilt, das Hal wieder in Ordnung komme. 

Immer wieder werden Desmond und Hal Zeugen von lautstarken Auseinandersetzungen zwischen seinen Eltern. Sein Vater, Tom, ein Veteran aus dem ersten Weltkrieg, der traumatisiert von den dort erlebten Grausamkeiten immer wieder auch zur Flasche greift, ist der Auffassung das seine Söhne zu verweichlicht sind und die Welt nun einmal kein freundlicher Ort sei. 

Fünfzehn Jahre später bringt Desmond einen schwer verletzten Mann in das örtliche Hospital und lernt dort die Krankenschwester, Dorothy Schutte, kennen. Er verliebt sich auf Anhieb in die attraktive und charmante Dorothy, die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und werden schließlich ein Paar. Desmond beginnt sich währenddessen zunehmend für Medizin zu interessieren und plant künftig im medizinischen Bereich zu arbeiten.

Doch dann bricht der zweite Weltkrieg aus. Immer mehr Männer melden sich zum Militärdienst und auch Desmond möchte seinen Beitrag leisten und nicht als einziger Mann aus seiner Stadt zurückbleiben. Bestürzt über die Tatsache, dass sein Sohn sich zum Militärdienst gemeldet hat, äußert Tom Zweifel darüber ob er dem Soldatenleben gewachsen sei und dass seine religiös geprägten Ideale nicht damit vereinbar seien. Desmonds Entschluss steht jedoch fest. Er möchte dienen. Er möchte seinen Beitrag leisten. Auf seine Art und Weise. Als Sanitäter.

In Fort Jackson, wo Doss unter Sergeant Howell seine Grundausbildung absolviert, wird er aufgrund seiner religiösen Wertvorstellungen rasch zum Außenseiter. Er verweigert den Dienst an der Waffe und zieht damit nicht nur den Zorn und das Unverständnis seiner Vorgesetzten auf sich, sondern auch seiner Kameraden. Der Versuch ihn aufgrund psychischer Gründe aus der Army zu entlassen scheitert und Desmond bekommt fortan die Härte physisch wie psychisch zu spüren. Er wird schließlich verhaftet und angeklagt. Doch Desmond weigert sich aufzugeben und plädiert auf "Nicht schuldig". Da seine Rechte aufgrund eines Bundesgesetzes geschützt sind, wird die Anklage schließlich fallen gelassen.

"Soldat Doss, Ihnen wird das Recht zugesprochen in den Kampf zu ziehen ohne eine Waffe bei sich zu tragen."




Man kann von Mel Gibson als Privatperson halten was man will, aber der Mann versteht sein Handwerk als Filmemacher und liefert durchwegs interessante und handwerklich überzeugende Filme ab. Nach Der Mann ohne Gesicht (1993), Braveheart (1995), Die Passion Christi (2004) und Apocalypto (2006) ist Hacksaw Ridge Gibsons fünfte Regiearbeit und bedeutet gleichzeitig auch sein großes Comeback in Hollywood, das prompt mit Nominierungen als bester Film und für die beste Regie bei den Academy Awards belohnt wurde. Gerade einmal 40 Millionen Dollar betrug das Budget und wurde aus unabhängigen Quellen finanziert. Wohl eine der Konsequenzen aus Gibsons Eskapaden. Gedreht wurde aus Kostengründen deshalb ausschließlich in dessen Heimat Australien.

Für mich zählt Hacksaw Ridge zu den besten Filmen des Jahres und hat seinen Platz in meiner Top 10 des Jahres bereits sicher. Das liegt zum einen daran, dass er handwerklich trotz des vergleichsweise niedrigen Budgets wie ein Big Budget Film wirkt und nicht umsonst bei den Oscars in den technische Kategorien zwei Awards (Best Film Editing & Best Sound Mixing) abräumte. Die Schlacht auf Okinawa braucht in Sachen Intensität und Inszenierung den Vergleich zu einem Soldat James Ryan keinesfalls zu scheuen und wirft den Zuschauer dabei mitten hinein in den Höllenschlund des Schlachtfeldes.




Und zum anderen natürlich an der faszinierenden Geschichte des Desmond T. Doss, die so unglaublich sie auch klingen mag, auf wahren Begebenheiten basiert und im Film gerade in den Schlachtszenen manchmal etwas unglaubwürdig, übertrieben dargestellt erscheinen mag, aber diversen Quellen zufolge tatsächlich so oder zumindest ähnlich passierte. Dabei gehen die offiziellen Zahlen über die von Doss geretteten Kameraden ziemlich auseinander. Doss selbst gab 50 an, andere wiederum 100. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo in der Mitte liegen. Interessant macht die  Hauptfigur des Desmond Doss auch deshalb, weil er eben nicht den üblichen Charakter eines Kriegsfilmes darstellt, er ist recht hager, ruhig, bringt keine Sprüche und ist jemand der fest seinen religiös geprägten Überzeugungen folgt.

Und bei wem spätestens jetzt die Alarmglocke schrillen bei einem Kriegsfilm von Mel Gibson und einem religiösen Hauptcharakter den kann ich beruhigen, denn Hacksaw Ridge ist weder übertrieben religiös noch trieft der Film sonderlich von Pathos oder Patriotismus! Doss war nun einmal eine religiöse Person und seine religiösen Überzeugungen eine ganz zentrale Motivation für Doss. Dies kann der Film unmöglich verschweigen ohne dabei selbst total unglaubwürdig zu werden. Gibson schafft es aber eine ausreichende Balance zu finden und zwar so dass man sich auch als nicht religiöser Mensch nicht wirklich davon gestört fühlt und trotzdem die Beweggründe der Person nachvollziehen kann. Dafür war auch die Szene zu beginn sehr wichtig als Desmond als kleiner Junge während einer Rauferei mit seinem Bruder zu einem Ziegelstein griff und diesen in einer Affekthandlung beinahe tötete. Der Film hat es in meinen Augen recht gut geschafft die Motivation der einzelnen Charaktere dem Publikum gut zu vermitteln. Sei es bei Doss, seinem vom Krieg traumatisierten Vater oder etwa warum Doss und seine Kameraden von Sgt. Howell so hart ran genommen werden.

Das Martyrium, welches Doss während seiner Ausbildung durchlebt, erinnert ein wenig an Full Metal Jacket und diesbezüglich muss man Vince Vaughn hervorheben, den man ansonsten nur aus Komödien kennt. Der als Sgt. Howell aber auch zeigt das er auch ernstere Rollen beherrscht. Auch der restliche Cast ist wirklich ausgezeichnet. Andrew Garfield wurde nicht umsonst mit einer Nominierung als bester Schauspieler bedacht, daneben weiß auch Teresa Palmer mit ihrem charmanten Schauspiel als Dorothy zu gefallen und es fällt wirklich schwer sich als Zuschauer nicht ebenfalls in sie zu verlieben. Aber alle werden von der schauspielerischen Leistung von Hugo Weaving in den Schatten gestellt, der als Vater von Desmond, Tom Doss, eine äußerst starke schauspielerische Leistung abliefert. Er spielt die Rolle des traumatisierten Kriegsveteranen und gebrochenen Vaters mit einer derartigen Intensität, die wirklich beeindruckend ist und lässt dann trotz aller Strenge und Rohheit auch so etwas wie Menschlichkeit und Liebe in seinem Charakter hervorblitzen. Eine ganz bemerkenswerte Leistung, die einen wirklich nahe geht! 



Fazit:
Mel Gibson gibt ein bemerkenswertes Comeback auf dem Regiestuhl. Hacksaw Ridge ist ein intensives, handwerklich ausgezeichnet umgesetztes Kriegsspektakel beruhend auf einer außergewöhnlich wahren Geschichte.


Bewertung:  8/10

Der Film erscheint am 07.06.2017 auf Blu-Ray und DVD und es wird auch hierzu wieder ein Gewinnspiel auf meinem Blog geben! Wenn ihr mir einen Kommentar hinterlassen möchtet, dann macht das doch bitte. Egal ob Anregungen, Kritik oder einfach ein paar nette Worte :-)

Hacksaw Ridge (Blu-Ray)
Hacksaw Ridge (DVD)


Sonntag, 14. Mai 2017

Rogue One: A Star Wars Story


Originaltitel: Rogue One - A Star Wars Story
Land/Jahr:  USA 2016
Regie: Gareth Edwards
Cast: Felicity Jones (Jyn Erson), Diego Luna (Cassian Andor), Alan Tudyk (K-2SO), Ben Mendelsohn (Orson Krennic), Riz Ahmed (Bodhi Rook), Forest Whitaker (Saw Gerrera), Donnie Yen (Chirrut Imwe), Genevieve O'Reilly (Mon Mothma)


Krieg! Während das fragile Bündnis der Rebellen immer weiter in die Defensive gerät, arbeitet das Imperium weiter an der Fertigstellung der ultimativen Vernichtungswaffe: Den Todesstern. Der vor dem Imperium geflohene Ingenieur, Galen Erso, sucht währenddessen zusammen mit seiner Frau Lyra und seiner Tochter Jyn Zuflucht auf dem Planeten Lah'mu. Dort wird er jedoch bald von Orson Krennic, dem zuständigen Direktor für fortgeschrittene Waffenentwicklung des Imperiums, gestellt, der Galen dazu drängt den Todesstern fertigzustellen. Bei der Konfrontation mit Krennic und den imperialen Truppen stirbt Lyra vor den Augen ihrer Tochter. Jyn entkommt im letzten Moment den imperialen Truppen dank eines Geheimversteckes, aus dem sie vom Guerrillakämpfer, Saw Gerrera, gerettet wird, der sich fortan ihrer annimmt.

Fünfzehn Jahre später. Ein Offizier des Rebellen Geheimdienstes, Cassian Andor, erfährt von einem Informanten das angeblich ein imperialer Pilot desertiert sei und vom Bau einer gewaltigen Waffe, eines "Planetenkillers", berichte. Der Pilot befinde sich auf Jedah und suche nun dort nach Saw Gerrera. 

Jyn, die ihre wahre Identität verbirgt, wird indessen in einem imperialen Arbeitslager  auf Wobani aufgrund diverser Vergehen festgehalten. Während eines Gefangenentransport gelingt es einer kleinen Rebelleneinheit unter der Führung von Cassian Andor und seines Droiden K-2SO Jyn zu befreien.

Auf Yavin 4 trifft Jyn auf Mon Mothma und andere Rebellenführer, die sie zu ihrem Vater und Saw Gerrera befragen, der mittlerweile mit der Allianz gebrochen habe und als Extremist auf Jedah für Ärger sorge. Für die Rebellen hat die Auffindung von Gerrera und des Piloten höchste Priorität und schlagen Jyn einen Deal vor: Finde Saw Gerrera und du bist frei...



Rogue One ist das erste Spin-off aus dem Star Wars Universum und für mich nach der alten Trilogie der mit Abstand beste Star Wars Film bisher. Er liegt für mich auch deutlich über Episode 7 zu der ich demnächst noch einmal eine eigene Review schreiben werde. Dabei waren die Voraussetzungen für Rogue One denkbar ungünstig und der Erfolg (weltweit spielte er bis dato mehr als 1 Milliarde Dollar ein) alles andere als absehbar, schließlich kann er Film mit keinen bekannten Charakteren aufwarten und auch das Ende war bekannt und vorgegeben. Auch meine Skepsis war zunächst groß, schließlich war ich von Episode 7, der ein Jahr zuvor lief, ziemlich enttäuscht und wusste zunächst nicht so recht was ich mir vom Spin Off erwarten sollte.

An anderer Stelle wurde Rogue One damit beschrieben das es den "Krieg" in Krieg der Sterne packt und das trifft es meiner Meinung nach ziemlich gut. Rogue One ist nämlich in erster Linie ein düsterer Kriegsfilm, in dem etwa die Macht oder die Jedi nur eine Randnotiz sind. Trotzdem funktioniert der Film ausgezeichnet und das hat er in meinen Augen nicht zuletzt einem Drehbuch zu verdanken das - obwohl man das Ende bereits kennt - wesentlich mutiger ist als etwa jenes von Episode 7. Das trifft vor allem auf das Ende zu. Zwar hat der Film in der ersten Hälfte die ein oder andere kleinere Länge zu verschmerzen und auch die Charaktere bleiben insgesamt etwas zu blass, so dass sich das emotionale Investment des Zuschauers während des dramatischen Finales in Grenzen hält, doch weiß Rogue One vor allem mit einer fulminanten zweiten Hälfte zu überzeugen. Die nimmt nämlich spätestens mit dem Angriff auf Eadu rasant an Fahrt auf und beschert uns nicht nur eine der großartigsten Scifi-Schlachten aller Zeiten, sondern auch eine der mit Abstand denkwürdigsten Szenen der Star Wars Filme und für mich bereits jetzt ein "Klassiker" an die man sich noch in Jahrzehnten erinnern wird. 



Kurz nachdem es Cassian und Jyn gelingt die Pläne des Todesstern durch den zerstörten Schutzschild über Scarif an die Rebellen zu übermitteln, sichert die dortige Besatzung die Pläne auf einer Diskette und während die Rebellen in Erwartung eines Sturmangriffes imperialer Truppen in die Dunkelheit eines Ganges blicken und der Score für einen Augenblick nahezu verstummt, hört man in der Dunkelheit Darth Vaders Atemzüge bevor er dann plötzlich im roten Licht seines Lichtschwertes auftaucht und in dem Moment physisch extrem präsent auf der Jagd nach den Plänen alles niederschnetztelt, was sich ihm in den Weg stellt. Das ist eine unglaublich gut inszenierte Szene, die mir auch heute noch regelrecht eine Gänsehaut beschert. 

Diese Szene geht nahtlos in eine andere Szene über, die mir ausgesprochen gut gefallen hat obwohl sie nicht ganz unumstritten ist. Nämlich als es den Rebellen gelingt die Diskette vor Vader in Sicherheit zu bringen und sich die die Tantive IV vom Flagschiff abkapselt, überbringt Captain Antilles die Pläne einer jungen Leia Organa, die auf die Frage von Antilles, was die überbrachte Übertragung denn zu bedeuten hätte mit "Hoffnung" antwortet und damit den Film beendet und den Übergang zu Episode IV markiert. 

Ich fand die Szene unglaublich gut, nicht ganz unumstritten ist die Szene weil sich einige an der komplett digitalisierten Carrie Fisher stoßen. Auch Grand Moff Tarkin, dessen Darsteller Peter Cushing bereits 1994 verstarb, ist in Rogue One als komplett digitalisierte Charakter zu sehen. Technisch wurde das jedoch dermaßen gut umgesetzt das es mir im Kino im Fall von Tarkin zunächst überhaupt nicht aufgefallen ist das es sich hierbei um einen CGI Charakter handelt. Ich kann verstehen das dies dem ein oder anderen nicht so gefällt, persönlich stört es mich überhaupt nicht, finde es nach wie vor sehr beeindruckend was diesbezüglich technisch mittlerweile möglich ist. Erst als ich mir den Film vor ein paar Tagen auf Blu-Ray noch einmal angesehen habe und im Wissen das es sich eben um CGI handelt kann man dies in den Gesichtszügen deutlicher erkennen. Aber das ist schon ein unglaublich hohes technisches Niveau mittlerweile.



Darüber hinaus hat das Star Wars Spin-Off noch eine Viezahl kleinerer Szene zu bieten, die dem Zuschauer auch noch für einige Zeit in Erinnerung bleiben. Ich denke dabei etwa an die Szene als Jedah zerstört wurde oder als der Sternenzerstörer in das Schutzschild von Scarif kracht usw.

Rogue One ist insgesamt ein sehr runder Film geworden, der im Gegensatz zu "Das Erwachen der Macht" nicht so sehr auf Fanservice mit dem Holzhammer setzt. Die Referenzen und Kurzauftritte einiger bekannter Charaktere wie etwa Bail Organa sind dezent aber gut in die Story integriert. Hier hat man ein richtiges Maß gefunden, das ich bei Episode 7 etwas vermisse.

Der Score von Rogue One kommt nicht wie bei Star Wars sonst üblich von John Williams, sondern diesmal von Michael Giacchino. Dieser ersetzte Alexandre Desplat und hatte gerade einmal vier Wochen Zeit für die musikalische Untermalung. Und das drei Monate vor der Premiere! Der Qualität des Score hat dies jedoch erstaunlicherweise nicht geschadet, auch wenn aus dem Score keine besonderen Stücke hervorstechen, passt er sich doch harmonisch den Szenen an und vereint neue und ein paar bekanntere Melodien zu einem guten Werk. Hervorheben möchte ich dabei vor allem "Jyn Erso & Hope Suite". Wer eimal reinhören möchte:


Auch wenn einige Charaktere leider etwas blass bleiben bzw. ich gerne mehr über sie und ihre Beweggründe erfahren hätte, so liegt das in erster Linie am Drehbuch das bezüglich Charakterzeichnung kleinere Schwächen aufweist und interessanten Charakteren wie die von Chirrut Inwe oder Base Malbus zu wenig Platz bietet. Die Cast ist trotzdem sehr gut. Allen voran Ben Mendelsohn gibt einen äußerst guten und spannenden Antagonisten ab, er spielt den kühlen, ehrgeizigen und nach Macht strebenden Orson Krennic mit einer starken Präsenz und seine Szenen mit dem CGI-Tarkin sind immer wieder äußerst interessant. 

Fazit:

Rogue One ist ein bild gewaltiger Scifi-Kriegsfilm der vor allem für die kommenden Spin-Offs die Latte ziemlich hoch legt, aber auch darauf hoffen lässt das es nach wie vor möglich ist dem Star Wars Universum überzeugende und gute Filme zu entlocken.

Rogue One ist seit 04.05.2017 erhältlich auf Blu-Ray und DVD! Wer ihn also im Kino verpasst hat, sollte dies unbedingt nachholen!


Bewertung:  8/10









Sonntag, 30. April 2017

Guardians of the Galaxy Gewinnspiel



Anlässlich des Kinostarts von Guardians of the Galaxy Vol. 2 und meines Filmblogs gibt's ein kleines Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es die Blu-Ray des ersten Teiles von Guardians of the Galaxy. Was Ihr dafür machen müsst? Schickt einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Guardians" zusammen mit euren Namen und Adresse an: 


couchkino.gewinnspiel@gmail.com

Teilnehmen könnt ihr bis zum 30.05.2017. Der Gewinner bzw. die Gewinnerin werden per Mail verständigt und erhalten den Preis dann per Post zugestellt. Bei diesem Gewinnspiel handelt es sich um kein Sponsoring! Eure Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Beendigung des Gewinnspieles wieder gelöscht.

Samstag, 29. April 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2



Originaltitel:  Guardians of the Galaxy Vol. 2 
Land/Jahr: USA 2017
Regie: James Gunn
Cast: Chris Pratt (Starlord/Peter Quill), Zoe Saldana (Gomora), Dave Bautista (Drax), Bradley Cooper (Rocket/Stimme), Vin Diesel (Groot/Stimme), Michael Rooker (Yondu), Karen Gillan (Nebula), Pom Klementieff (Mantis), Kurt Rusell (Ego) 

Drei Jahre lang mussten wir auf die Rückkehr von Starlord, Gamora, Drax, Rocket und Groot warten. Nun ist es endlich wieder soweit und die selbsternannten Guardians of the Galaxy müssen wieder einmal die Galaxie retten!

Deren Taten aus dem ersten Teil haben sich mittlerweile rumgesprochen und so versuchen die fünf Freunde aus dem neu gewonnen Ruhm entsprechend Kapital zu schlagen indem sie etwa im Auftrag der Rasse der Sovereign wertvolle Batterien gegen ein inter-dimensionales Tentakelmonster verteidigen. Natürlich gehen die Guardians - nach einigen Mühen - letztendlich aus diesem Kampf als Sieger hervor und als Lohn für ihre Dienste werden sie in Naturalien entlohnt. Und zwar in der Form von Gomoras ungeliebter Schwester Nebula. Diese scheiterte beim Versuch die Batterien zu stehlen und wurde von den Sovereign gefangen genommen. Das entsprechende Kopfgeld wollen die Fünf nun kassieren, doch nicht ohne sich vorher wieder einmal selbst in Schwierigkeiten zu bringen. 



Drücken die Sovereign bei den respektlosen Bemerkungen von Rocket noch ein Auge zu, verstehen sie ob der vom vorlauten Waschbären gestohlenen Batterien weitaus weniger Spaß und jagen den Guardians hinterher. In einer packenden Weltraumschlacht bringen die Sovereign mir ihrer unkonventionellen Flotte aus ferngesteuerten Raumschiffen unsere Helden arg in Bedrängnis. Während sich die Lage immer weiter zuspitzt liefern sich Peter und Racket einen Streit ums Steuer und letztendlich können die Guardians erst dank der Hilfe eines unbekannten "Zwei-Zentimeter-Mannes" entkommen. Müssen jedoch mit einem stark beschädigten Schiff alsbald eine harte Bruchlandung vornehmen.

Verfolgt von dem mysteriösen Retter, Ego, der sich alsbald als biologischer Vater von Peter entpuppt. Während Peter seinem Vater zusammen mit Gomora und Drax zu dessen Heimatplaneten folgt, reparieren Rocket und Baby-Groot währenddessen das Schiff und sollen Nebula in Schach halten. Doch die beiden erhalten schon alsbald Besuch von den Ravengers und werden Gefangen genommen, indessen beschleicht Gomora und Drax immer mehr das Gefühl das mit Peters Vater irgendwas nicht stimmt...



Volume 1 war vor drei Jahren ein absoluter Überraschungshit und machte die bis dahin eher unbekannte Comicvorlage einer breiten Masse bekannt. Die Rückkehr der Guardians schließt dabei nahtlos an den ersten Teil an und die eher ungewöhnlichen Helden aus dem Marvel Universum liefern wieder einmal einen äußerst unterhaltsamen Blockbusterfilm ab.

Mehr ist der Film dann aber auch nicht und will es wahrscheinlich auch gar nicht sein, denn rein storytechnisch und dramaturgisch ist Volume 2 ähnlich wie sein Vorgänger recht dünn. Aber das ist gewisser Maßen ein Problem das irgendwie alle Marvel-Filme haben, die storytechnisch nach einem ganz bestimmten Schema verlaufen. Ich finde das ein wenig schade, denn ich denke man kann durchaus unterhaltsame Filme abliefern die auch von der Storyline eine gewisse Tiefe verlangen. Bei Volume 1 konnte ich das noch durchaus nachvollziehen, da es da vor allem darum ging die bis dato unbekannten Charaktere einer breiten Masse zugänglich zu machen. Doch Risiken ist man diesbezüglich in der Fortsetzung keine eingegangen. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Mut gewünscht und auch dramaturgisch ist das ganze dann nicht so packend inszeniert gewesen. 

Unterhalten habe ich mich trotzdem prächtig gefühlt und das lag allen voran an Rocket, Groot und Drax, die immer wieder mächtig für Stimmung sorgten und die als Charaktere einfach gut gezeichnet sind. Starlord und allen voran Gomora fallen da ein wenig ab. Trotzdem wurde eine gute Balance zwischen den einzelnen Charakteren gefunden. Auch wenn nicht immer alle Gags gezündet haben und ich der Meinung bin das weniger grundsätzlich einem solchen Film zuträglicher sind. Insgesamt war das trotzdem ein äußerst gutes Niveau.

Es gibt wieder einige popkulturelle Anspielungen und auch der "Awesome Mix Vol. 2" begeistert. Die Kombination aus passend ausgewählter Musik und den teilweise äußerst stark gefilmten Szenen ist ohnehin ein Markenzeichen der Guardians of the Galaxy Filme und eine absolute Stärke der Filme! Auch in Volume 2 gibt's davon wieder 1-2 wirklich äußerst gelungene Szenen in denen das Zusammenspiel von Musik, Kamera, Schnitt für ein unglaublich cooles Erlebnis im Kino gesorgt haben. Diese Szenen wirken auf der großen Kinoleinwand in Verbindung mit ATMOS-Sound gleich noch viel intensiver und beeindruckender. Eine dieser Szenen und mit Abstand meine Lieblingsszene in Teil 2 ist jene als Rocket und Yondu zu "Come a little bit close" von Jay and the Americans das Raumschiff der Ravengers aufmischen. 

Fazit:

Der Film macht vieles richtig, einiges aber auch falsch. Er ist unterhaltsam, bildgewaltig, hat einen coolen Soundtrack und noch coolere Charaktere. Ist inhaltlich und dramaturgisch dafür recht dünn, die Gagdichte wurde noch einmal erhöht ist aber manchmal etwas zu viel des guten und einige mögen auch so gar nicht zünden. Der Film hat im Mittelteil zudem die ein oder andere Länge und einen Antagonisten der leider auch nicht so wirklich überzeugte. Alles in allem kann man dem Film nicht absprechen das er nicht äußerst unterhaltsam wäre. Und mehr möchte er auch denke ich nicht sein als ein millionenschwerer Blockbuster...

Bewertung:  7/10

Sonntag, 23. April 2017

Herzlich Willkommen auf Couchkino!

"Couchkino" ist mein erstes Blogprojekt überhaupt und ich habe mir lange Zeit überlegt ob die Welt tatsächlich noch einen Blog oder Youtube-Channel benötigt, der sich mit Filmen, Serien, Büchern oder sonstigen Nerdkram beschäftigt und ich bin letztendlich zur Erkenntnis gelangt: Nein braucht es nicht, ich mach es aber trotzdem! Dabei geht’s mir nicht um Selbstdarstellung oder darum Kohle zu scheffeln. 

Nein, ich wollte nach mittlerweile mehr als zehn Jahren endlich wieder mehr schreiben! Etwas, was ich zuletzt in der Schulzeit getan habe und das mir damals unheimlich viel Spaß bereitet hat und für mich als introvertierten Menschen so etwas wie ein Fenster zur Welt ist. Und da liegt es für mich als Filmfan natürlich nahe erst einmal über mein liebstes Hobby zu schreiben. Nämlich Filme und Serien. Sowohl Filme als auch Serien sind wesentlich Bestandteile meiner Freizeitgestaltung und begleiten mich schon seit meiner Kindheit in prägender Art und Weise.  

Auf "Couchkino" möchte ich meiner Leidenschaft für das Medium Film nicht nur freien Lauf lassen indem ich über aktuelle Filme schreibe, sondern auch über ältere, unbekanntere Filme oder über das asiatische Kino.

Aber auch über Bücher oder Videospiele wird es den ein oder anderen Blogeintrag geben.

Ich bin kein professioneller Kritiker, kein professioneller Journalist oder dergleichen. Ich bin ein Mittdreißiger der mit Star Wars, Indiana Jones, den Galaxy Rangers oder Captain Future aufgewachsen ist und noch aus einer Generation stammt die mit Telefonwertkarten und weitestgehend ohne Internet groß geworden ist. Erwartet euch also keine professionellen Kritiken und rechnet mit genügend Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die ausreichen um meinen ehemaligen Deutschlehrer an seiner Profession zweifeln zu lassen. Ich bin ein wenig aus der Übung gekommen und kann euch nur Authentizität bieten und eventuell den ein oder anderen Lacher...

Dabei weiß ich nicht einmal ob überhaupt jemand diese Zeilen jemals lesen wird und dieser Blog unter der Flut an Blogs, Vlogs und was es mittlerweile sonst noch so alles gibt untergehen wird. Wie aber oben bereits erwähnt kommt es mir darauf auch gar nicht so an. Das Schreiben allein genügt mir. Es ist in gewisser Weise für mich eine Art therapeutische Behandlung, etwas das mich wieder zur Ruhe kommen lässt und meine Seele befriedet von den ganzen Stürmen die man in seinem Alltagsleben so erfährt. Und sollte sich doch der ein oder andere interessierte Leser hierher verirren, freue ich mich umso mehr!

Couchkino wird daher wohl nicht mein einziger Blog bleiben. Ich plane in einem zweiten etwas mehr über mich und mein Leben zu schreiben, was mich beschäftigt, mich ärgert oder mich zum lachen bringt. So wie Filme und Serien eben auch. Aber dafür soll hier kein Platz sein.

Genug schwadroniert! Ich freue mich das ich es nun endlich geschafft habe meinen Arsch hoch zu bekommen und einen lange mit mir herum getragenen Gedanken nun doch noch in die Tat umgesetzt habe. Ich freue mich über jeden Leser und über jede Reaktion die ich erhalte und wünsche viel Spaß mit "Couchkino"...

Hannes