Samstag, 17. Juni 2017

Die Mumie (2017)



Originaltitel:  The Mummy
Land/Jahr:  USA 2017

Dauer: 110 Minuten
Regie: Alex Kurtzman
Cast: Tom Cruise (Nick Morton), Russel Crowe (Henry Jekyll), Annabelle Wallis (Jenny Halsey), Sofia Boutella (Ahmanet), Jake Johnson (Chris Vail)



Ägypten vor langer Zeit. Ahmanet ist die Tochter des ägyptischen Pharaos Menehptre und als einziges Kind gleichzeitig auch dessen legitime Nachfolgerin auf den Thron. Sie ist dazu bestimmt eines Tages über das Reich ihres Vaters zu herrschen. Doch dies ändert sich als dem Pharao eines Tages ein Sohn geboren wird, der Ahmanets Anspruch auf den Thron gefährdet. Macht wird einem nicht gegeben, Macht muss man sich nehmen. Also entschließt sich Ahmanet dazu Set, den Gott des Todes, zu beschwören und schließt mit ihm einen finsteren Pakt. Sie ermordet zunächst ihren Vater und anschließend das Kind, doch um den Pakt zu vollenden muss sie ihren Liebhaber opfern, um Set physische Gestalt zu verleihen. Die Priester des Pharaos können dies jedoch verhindern und für ihre Sünden wird Ahmanet bei lebendigen Leib mumifiziert und der Sarkophag weit weg von Ägypten in einem tiefen Grab umgeben von Quecksilber verborgen.

Irak in der Gegenwart. Die beiden amerikanische Soldaten Nick Morton und Chris Vail sind im Besitz einer Karte, die den Weg zu einer verborgenen Grabstätte weist. Die beiden sind auf der Jagd nach kostbaren Artefakten, um diese anschließend gewinnbringend am Schwarzmarkt verkaufen zu können. Doch der Ort an dem sich die Grabstätte befinden soll ist von Aufständischen besetzt. Nach einem heftigen Feuergefecht mit den Aufständischen und einem angeforderten Luftschlag stoßen die beiden durch Zufall auf die verborgene Grabstätte. Noch bevor sich die beiden an die Plünderung des Grabes machen können, trifft die Archäologin Jenny Halsey und die Armee ein. Halsey untersucht das Grab und stellt dabei fest das es sich tatsächlich nicht um ein Grab sondern um ein Gefängnis handelt. Der Sarkophag wird geborgen und anschließend in ein Transportflugzeug geladen, um ihn für weiter Untersuchungen nach London zu bringen.

Noch bevor das Flugzeug startet zieht ein schwerer Sandsturm auf und auch während des Fluges passieren seltsame Dinge. Während Nick von merkwürdigen Träumen heimgesucht wird, kämpft Chris mit den Folgen eines Spinnenbisses, den er in der Grabstätte erlitten hat. Doch das Schlimmste steht ihnen erst bevor...



Eigentlich wollte Universal mit dem Reboot von "Die Mumie" den Grundstein für einen Neustart des Franchise legen und gleichzeitig auch das eigene "Dark Universe" pushen. Doch der Schuss ging gewaltig nach hinten los. Der Film wurde nicht nur von den Kritikern zerrissen, sondern floppte auch an den Kinokassen. Gerade mal 31,6 Millionen Dollar spielte er an seinem Startwochenende in den USA ein. Für einen derartigen Blockbuster noch dazu mit einem der letzten großen Filmstars wie Tom Cruise in der Hauptrolle definitiv zu wenig. 

Weder die schlechten Kritiken noch das enttäuschende Einspielergebnis verwundern, denn leider reiht sich "Die Mumie" in eine lange Reihe von seelenlosen und un inspirierten "Flopbustern" ein, die uns mittlerweile fast jährlich im Sommer wertvoller Zeit berauben. Waren die beiden Stephen Sommers Filme "Die Mumie" (1999) und "Die Mumie kehrt zurück" (2001) noch unterhaltsame und atmosphärische Abenteuerfilme mit teilweise miesen Special Effects aber dafür mit einer perfekt harmonierenden Cast, so lässt "Die Mumie" im Jahr 2017 nahezu alles vermissen, was einen guten und unterhaltsamen Film ausmacht. 

Das beginnt mit einem Drehbuch das absolut un inspiriert und richtungslos ist. Ein Drehbuch das ganz offensichtlich mehrmals komplett umgeschrieben wurde, um am Ende dann ein komplett generisches Machwerk auf die Leinwand zu bringen mit flachen Charakteren, noch flacheren Dialogen und einer langweiligen Story. Es wäre wohl besser gewesen das Drehbuch in einen Sarkophag zu stecken und im Wüstensand zu vergraben anstatt es auf die Zuschauer los zu lassen. Es fehlt beispielsweise absolut an der Chemie zwischen den einzelnen Charakteren. Vor allem wenn man diese mit jenen aus den Stephen Sommers Filmen vergleicht, in denen sich Evelyn und Rick die verbalen Bälle gegenseitig zu gespielt haben und perfekt harmonierten. Brendan Fraser und Rachel Weisz hatten da ganz offensichtlich selbst viel Spaß am Script. Das Pendant aus Tom Cruise und Annabelle Wallis  funktioniert dagegen überhaupt nicht. Es wirkt dabei fast so, als wollten die Darsteller den Film einfach nur so schnell wie möglich zu Ende zu bringen, um sich anschließend anderen Projekten zu widmen. Cruise und Jake Johnson harmonieren dabei eher noch, doch wirklich viel Spaß hat man auch mit den beiden nicht. 

Selbst der Charakter den Tom Cruise verkörpert, Nick Morton, ist etwas seltsam geraten und entspricht so gar nicht den Charakteren, die Cruise sonst so verkörpert und weckt beim Publikum auch keinerlei Sympathien wie es etwa Rick O'Connell getan hat. Außerdem spielt Cruise den Nick Morton etwas seltsam und man merkt an diesem Charakter zum Beispiel ganz deutlich die Richtungslosigkeit des Drehbuches. Eine seltsame Mischung aus einfältigen Dummkopf, waghalsigen Schatzsucher und Elitesoldat. Eine un charismatische Mischung aus Rick O'Connell, Nathan Drake und Ethan Hawke. Die Lovestory mit der Archäologin Jenny Halsey wirkt dabei wenig glaubwürdig und ist ähnlich lieblos inszeniert und geschrieben wie der Rest des Films.



Die algerische Schauspielerin und Tänzerin, Sofia Boutella, als Ahmanet hätte zwar durchaus das Talent für eine ernst zunehmende Antagonistin, doch auch sie scheitert an einem einfallslosen und dialogarmen Drehbuch und letztendlich auch an viel zu wenig Screentime. Dabei hat sie ihrer Rolle zumindest etwas Charisma verleihen können und war noch eine der interessantesten Charaktere.

Zu allem Überfluss hat man dann auch noch versucht eine Verbindung zum "Dark Universe" einzubauen, in dem man Russel Crowe als Dr. Henry Jekyll irgendwie in die Story einbaute. Und das irgendwie muss man dabei besonders betonen, denn diese Szenen wirken ein wenig deplatziert und wie ein krampfhafter Versuch gleich noch einen neuen Charakter einzuführen und zu promoten. 



Der Film weiß zudem nicht was er denn nun wirklich sein will. Als Horrorfilm, der klassische Monster wieder zurück auf die Leinwand bringen möchte, ist er jedenfalls viel zu harmlos. Als seriöser, düster Abenteuerfilm fehlt es ihm an Spannung und kommt zudem etwas unbeholfen rüber. Er ist schlichtweg belanglos. Die Special Effects hauen niemanden vom Hocker, die Actionszenen bieten ebenfalls wenig besonderes, die Charaktere sind weitgehend uninteressant, es fehlt an markigen Dialogen und Sprüchen und überhaupt an etwas das einem als Zuschauer länger in Erinnerung bleiben wird! 

Bewertung:  4/10













Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen